Aktie unter Druck
Nortel baut nach Milliardenverlust weitere Stellen ab

Der Telekomausrüster will 10 000 Mitarbeiter entlassen. Letztendlich würde Nortel nach diesem Stellenabbau weniger als die Hälfte der Beschäftigte haben, die es zu seinen besten Zeiten auf der Gehaltsliste führte.

rtr TORONTO. Der Telekomausrüster Nortel Networks aus Nordamerika hat den Abbau von weiteren 10 000 Arbeitsplätzen angekündigt und für das abgelaufene Quartal mit 3,6 Mrd. Dollar einen höheren Nettoverlust als erwartet ausgewiesen. Zudem äußerte sich der Konzern zurückhaltend zu den künftigen Geschäftserwartungen. "Es ist weiterhin schwierig, die Zukunft vorherzusagen. Aber wir bekommen langsam Klarheit über die Entwicklung", sagte Firmenchef John Roth. Im ersten Quartal 2002 wolle Nortel wieder die Gewinnschwelle erreichen, obwohl der Umsatz unter vier Mrd. Dollar nach einst genannten fünf Mrd. Dollar liegen könne, hieß es. Die Nortel-Aktien gerieten nachbörslich unter Druck. Nach Angaben von Aktienhändlern belastete der schwache Nortel-Ausblick auch die Börsen in Europa.

Analysten sagten, die Ankündigung von Nortel sei angesichts der Folgen der Anschläge in den USA am 11. September nicht völlig unerwartet. "Die Leute hatten erwartet, dass jeder seine Quartalsziele verfehlt. Daher ist es nicht überraschend, dass sie (Nortel) sie nicht erreicht haben. Die Marktbedingungen sind derzeit besonders schwierig für einige dieser Unternehmen, und sie werden nun an den Punkt gebracht, wo sie ein profitables Geschäftsmodell betreiben können", hieß es bei SG Cowan.

Nach dem jetzt angekündigten zusätzlichen Stellenabbau würde Nortel mit 45 000 Mitarbeitern dann nur noch weniger als die Hälfte der Beschäftigten haben, die das Unternehmen zu den Zeiten seiner besten Geschäfte auf dem Gehaltsliste hatte. Trotz der gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen gebe es allmählich Anzeichen dafür, dass die Investitionen der Service Provider ein tragfähiges Niveau erreichen, sagte Finanzvorstand Frank Dunn.

Das einstmals hochprofitable Unternehmen kündigte zudem an, Finanzchef Dunn werde ab November den Posten des derzeitigen Vorstandschefs Roth einnehmen. Roth werde dann Nortel-Vizechef und Terry Hungle neuer Finanzvorstand.

Für das Ende September abgelaufene Quartal geht Nortel den weiteren Angaben zufolge von einem Umsatz von 3,5 Mrd. Dollar und einem Verlust vor Sonderbelastungen von rund 910 Mill. Dollar aus. Nach Sonderbelastungen und Steuern ergebe sich ein Nettoverlust von 3,6 Mrd. Dollar oder 1,13 Dollar je Aktie. Der operative Verlust werde sich voraussichtlich auf 28 Cents je Aktie belaufen. Analysten hatten demgegenüber nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call bislang mit einem operativen Verlust von 21 Cents je Aktie und einem Umsatz von 3,9 Mrd. Dollar gerechnet.

Nortel-Aktien gaben nachbörslich im elektronischen Handelssystem Instinet auf 5,09 Dollar nach. Zuvor waren die Papiere mit einem Abschlag von 3,29 % auf 5,29 Dollar aus der regulären Sitzung gegangen. Auch in Europa gaben Technologietitel nach. So verloren in Frankfurt Siemens mehr als sechs Prozent und Infineon fünf Prozent. "Hier lastet der katastrophale Ausblick von Nortel auf den Aktien", sagte ein Händler.

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