Aktie verliert 11 %
Update will 2002 Gewinn ausweisen

Der im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 tief in die Verlustzone gerutschte Softwarehersteller Update.com Software AG will 2002 die Gewinnzone erreichen. Auf Quartalsebene sollen bereits im vierten Quartal 2001 Gewinne geschrieben werden, teilte die am Neuen Markt notierte Gesellschaft am Freitag mit.

Reuters FRANKFURT. Update wolle im Jahr 2002 bei einem Umsatz von 36 Mill. Euro ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,8 Mill. Euro erwirtschaften, sagte Finanzvorstand Michael Foy. Im Jahr 2000 hat das österreichische Unternehmen einen höheren Verlust als im Vorjahr ausgewiesen und dies mit hohen Investitionen in Marketing und Vertrieb sowie in der Forschung und Entwicklung begründet. Die Update-Aktie verlor in einem schwachen Marktumfeld in der Spitze mehr als 11 % auf 2,30 Euro.

Der Fehlbetrag im Jahr 2000 habe sich wie erwartet auf 22,3 Mill. Euro von 7,2 Mill. Euro im Vorjahr ausgeweitet, teilte Update weiter mit. Der Umsatz sei zwar um 11,6 % auf rund 20,4 Mill. Euro gestiegen, jedoch deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben. In Folge sei auch der Verlust höher als erwartet ausgefallen. Belastend auf die Geschäftsentwicklung habe sich auch der Börsengang im April 2000 ausgewirkt, da dieser in den ersten Monaten des Geschäftsjahres einen wesentlichen Teil der Managementkapazitäten gebunden habe. Zudem habe es Verzögerungen beim Besetzen des Geschäftsführers der deutschen Tochtergesellschaft gegeben. Auch der Posten eines leitenden Managers im Bereich Vertrieb sei über mehrere Monate vakant geblieben. "Wir haben Fehlentscheidungen bei Führungskräften getroffen", sagte Foy. Auch habe der Markt für CRM (Kundenbeziehungsmanagement)-Software nicht das erwartete Wachstum hergegeben.

Die Gewinnzone wolle Update vor allem durch steigende Umsätze und einen deutlichen Personalabbau erreichen, sagte Foy. So solle der Personalbestand von 286 Mitarbeitern Ende 2000 bis zum Ende des ersten Quartals 2001 auf 240 abgebaut werden. Dabei habe man aber im wesentlichen auf die in der Softwarebranche übliche Fluktation zurückgreifen können, sagte der Finanzvorstand. Zudem habe die Aktivierung von Verlustvorträgen einen positiven Einfluss auf das Ergebnis. Um ihre Produktivität zu steigern, wolle sich die Gesellschaft auf ihre bestehenden Standorte konzentrieren, kündigte Foy weiter an. Mit der Ernennung von Erich Leitner zum Vize-Präsident Operations im März sei die Neustrukturierung der Unternehmensführung abgeschlossen worden. Auch bei Marketing und Vertrieb wolle Update "dramatisch" Kosten sparen. So werde das Unternehmen nicht an der Computermesse Cebit teilnehmen, sondern ein virtuelle Messe im Internet veranstalten. "Das spart uns Hundertausende", sagte Foy.

Für das laufende Geschäftsjahr 2001 erwarte Update einen Umsatz von 26 Mill. Euro bei einem Jahresfehlbetrag von 9,5 Mill. Euro. Ende Dezember vergangenen Jahres hatte das Unternehmen seine Umsatzerwartung für 2000 auf über 20 (zuvor 22,3) Mill. Euro, für 2001 auf 26 Mill. Euro und für 2002 auf 36 Mill. Euro herabgesetzt. Die geringer als geplante Umsatzsteigerung im Jahr 2000 hatte Update mit einem Verlust einiger für das Geschäftsjahr eingeplanter Großaufträge begründet. Per Ende Dezember 2000 belaufen sich die liquiden Mittel den Angaben zufolge auf 26,8 Mill. Euro.

Am Freitagnachmittag notierten die Update-Aktien um 5,77 % im Minus bei 2,45 Euro. Das Hoch verzeichnete die Titel Mitte Mai 2000 mit 40,79 Euro, das Tief Ende Dezember mit 1,50 Euro.

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