Aktie von Daimler-Chrysler beflügelt
Dax nach Ericsson-Zahlen im Abwind

Der Dax verlor bis zum Mittag 1,15 % auf 6 650 Punkte.

rtr FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben sich am Freitag Händlern zufolge im Sog negativer Geschäftszahlen mehrerer internationaler Unternehmen leichter präsentiert. Allen voran mussten Technologiewerte im Dax kräftig Federn lassen, nachdem der schwedische Handyhersteller Ericsson am Morgen Gewinnrückeinbußen im vierten Quartal mitgeteilt hatte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor bis zum Mittag 1,15 % auf 6650 Punkte. Die Verliererliste im Dax führten die Titel von Epcos an. Die Rede des US-Notenbank-Chefs Alan Greenspan am Vortag vor dem Haushaltsausschuss im US-Senat habe keine Auswirkung auf die Aktienmärkte gehabt, sagten Händler.

Die Vorgaben für Technologiewerte waren nach Angaben von Marktteilnehmern negativ. Am Morgen hatte der schwedische Telekomausrüster LM Ericsson mitgeteilt, im Schlussquartal 2000 einen deutlichen Gewinnrückgang vor Steuern verzeichnet zu haben. Zugleich kündigte der schwedische Konzern mit der Auslagerung seiner Handyproduktion die Streichung von mehreren tausend Arbeitsplätzen an. Das US-Internet-Unternehmen ExciteAtHome gab nach Börsenschluss in den USA eine Gewinnwarnung für das erste Quartal aus. Der US-Chiphersteller PMC-Sierra hatte ebenfalls eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

Die New Yorker Aktienmärkte hatten am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Während die Standardwerte mit einem Plus aus dem Handel gingen, wurde der Technologiesektor Händlern zufolge von der Warnung des weltweit größten Faserkabel-Netzwerkherstellers Corning vor einer Abschwächung des Telekommunikationsmarktes belastet. Der Nasdaq-Composite-Index schloss 3,67 % tiefer auf 2754 Punkten. Sowohl der S&P- als auch der Nasdaq-Future signalisierten rund eineinhalb Stunden vor Handelsauftakt eine leichtere Tendenz an der Wall Street.

Epcos führt Verliererliste an

Im Dax führte die Verliererliste die Aktie von Epcos mit einem Abschlag von 4,66 % auf 93,10 Euro an. Dahinter folgten Siemens und SAP mit Kursverlusten von 3,6 beziehungsweise 3,5 %.

Analysten sagten, die Geschäftszahlen von Ericsson hätten den schwankungsanfälligen Technologiesektor belastet und Zweifel über die Gewinnaussichten der betroffenen Unternehmen hervorgerufen. "Die Zahlen setzen die Produzenten von Technologie-Infrastruktur unter Druck", sagte Trudbert Merkel, Fondsmanager bei Deka-Kapital in Frankfurt. "In den kommenden Monaten werden wir sehen, wie Gewinnprognosen deutlich zurückgenommen werden."

Die vom Markt positiv aufgenommene geplante Restrukturierung von Chrysler sowie charttechnische Gründe haben nach Händleraussagen die Aktie von Daimler-Chrysler beflügelt. Das Papier stieg um 2 % auf 52,78 Euro an. "Der Markt glaubt allmählich an eine Restrukturierung bei Chrysler", sagte Frank Biller, Auto-Analyst bei der Baden Bank. -Württembergischen "Das dauert aber noch ein oder zwei Jahre. Wir werden mittelfristig noch rote Zahlen bei Chrysler sehen, dann aber ab 2003 dürfte die Sparte wieder in die Gewinnzone zurückkehren." Die Aktie habe die schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen verarbeitet und einen Boden gefunden.

Der MDax verlor 0,47 % auf 4726 Punkte.



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