Aktie zählt zu den Top-Werten im Aktienjahr 2002
Adidas-Salomon ist fit wie ein Turnschuh

Adidas-Salomon beweist gute Kondition. Im Rennen um den Titel des Dax-Jahressiegers liefert sich der fränkische Sportartikelhersteller ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Henkel. Und die Analysten sind sich einig: Auch im kommenden Jahr wird Adidas-Salomon trotz Konsumflaute zu den Favoriten zählen.

DÜSSELDORF. Das Jahr 2002 war erneut kein Aktienjahr. Doch die Adidas-Aktie schlug sich mit einem Minus von nur 5 Prozent recht wacker. Der Dax hat im selben Zeitraum knapp 40 Prozent verloren. Am Freitag stieg das Papier des Sporartikelherstellers um 2 % auf gut 80 Euro in einem nachgebenden Marktumfeld. Adidas-Salomon zählt damit 2002 zu den Dax-Gewinnern. Der Sportartikler profitiert momentan vom schwachen Dollar. Da das Unternehmen viel in Billiglohnländern produzieren lässt, wird ein Großteil der Kosten in Dollar abgerechnet. Den größeren Teil des Umsatzes hingegen verbucht Adidas in Euro.

Analysten halten die Aktie für einen guten Tipp auch für das kommende Jahr: "Die Aktie ist von der konjunkturellen Lage eher unabhängig", sagt Christoph Dolleschal, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die Einkünfte der Zielgruppe, die 14- bis 24jährigen, seien nahezu konstant: "Die sind gegen schlechte Konjunktur immun. Das Taschengeld ist von der schwierigen Wirtschaftslage kaum betroffen", sagt Dolleschal. Er erwartet, dass Adidas-Salomon sein Tempo halten kann und stuft die Aktie mit "add" bei einem Kursziel von 87 Euro ein.

"Sportartikel laufen auch in schwachen Zeiten", bestätigt Peter Thilo Hasler, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Damit ist es den drei Konkurrenten, Adidas-Salomon, Nike und Reebok, gelungen, mit ähnlichen Raten im hohen einstelligen Bereich zu wachsen. Nur Puma stach mit einem Umsatzwachstum in Höhe von rund 50 % unter den Wettbewerbern hervor. Eine gefährliche Bedrohung gehe von Puma jedoch nicht aus: "Auf dem Markt ist Platz für beide," sagt Hasler. Pumas gigantischer Erfolg basiert auf der Stärke der Marke im Lifestyle-Bereich.

Und Adidas legt in diesem Bereich nach: Mit der Division "Heritage" mit den "Originals-Produkten" sei das Unternehmen bereits gut gerüstet, meint Hasler. Er stuft Adidas-Salomon mit "outperform" ein. Die Aufteilung in die drei Divisionen "Sport Performance", "Sport Heritage" und "Sport Style" habe erste Erfolge gezeigt. Adidas überzeuge mit Produktinnovationen wie z.B. dem atmungsaktiven Sportschuh ClimaCool. Um auch im Hochpreissegment Fuß zu fassen, engagierte Adidas im Sommer den japanischen Modeschöpfer Yohji Yamamoto. Die Kollektion kommt im Frühjahr/Sommer 2003 in die Läden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Vorstandschef Herbert Hainer ein Wachstum von 5 bis 10 % beim Ergebnis je Aktie. Für 2003 werde ein Ergebnisanstieg in dieser Größenordnung "oder sogar etwas besser" erwartet, berichtete Hainer am Dienstag in New York. Der Umsatz soll im kommenden Jahr um rund 5 % steigen. Diese Prognose hält Thilo Kleibauer, Analyst bei M.M. Warburg Investment für eher vorsichtig. Kleibauer empfiehlt die Aktie zu halten.

In den ersten neun Monaten diesen Jahres fiel Adidas mit anhaltendem Wachstum in den USA auf. Im Bereich Sportschuhe stiegen die Auftragseingänge um 16 % - und das trotz der allgemeinen Konsumträgheit in den USA. Besonders profitierte Adidas von dem Streit zwischen Nike und der amerikanischen Sportschuh-Kette Footlocker. Die Einzelhandelskette beschuldigte Nike, dass die Nike-Schuhe zu teuer seien. Footlocker sah darin den Hauptgrund für das schlecht gelaufene "Back-to-School-Geschäft". Adidas war der lachende Dritte. Doch das Rennen bleibt offen: "Langfristig werden sich die Marktanteile wieder verschieben", sagt Dolleschal. Denn Nike greift mit billigeren Modellen an.

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