Aktien aus dem Technologie- und Telekomsektor verlieren deutlich
US-Indizes sind im freien Fall

Dow Jones und Nasdaq-Composite verlieren deutlich. Die Indizes reagieren auf das überrraschend schwache Verbrauchervertrauen. Der Konjunkturindikator ist im August auf 114,3 Punkte gefallen. Volkswirte zeigen sich enttäuscht. Die Mehrheit der Experten rechnete mit einem Anstieg des Verbrauchervertrauens auf 117,5 Punkte.

vwd/wsc NEW YORK. Die unerwartet schwachen US-Daten zum Verbrauchervertrauen im August haben die Kurse an Wall Street im frühen Handel am Dienstag deutlich nach unten gedrückt. Gegen 16.50 Uhr verliert der Dow-Jones-Index (DJIA) 1,2 % bzw. 119 Punkte auf 10 263. Der Nasdaq-Composite reduziert sich um 1,7 % bzw. 33 Punkte auf 1 879.

Die Zuversicht der Konsumenten in die Entwicklung der US-Wirtschaft gilt als wichtiger Indikator für eine mögliche Erholung der US-Wirtschaft. Doch vor Anfang nächsten Jahres sei mit der Genesung der US-Wirtschaft nicht zu rechnen, hatten die Experten von Prudential Securities den Wirtschaftsdaten vorgegriffen. New Yorks wichtigste Aktienindizes bauen ihre Verluste nach Bekanntgabe der Daten aus. Der Index der 30-US-Standardwerte verliert im frühen Handel 0,6 Prozent. Der Nasdaq Index rutscht 0,7 Prozent in die Verlustzone. Die Besorgnis der Anleger ist verständlich. Nicht zuletzt schützten die bisher relativ stabilen Konsumentenausgaben die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten vor einer steileren Talfahrt.

Zu den größten Verlierern gehören zum Handelsauftakt die Aktien des Computer- und Telefonsektors. Microsoft und Sun Microsystems führen die Listen der Verlierer an. Ebenfalls schwächer notieren die Aktien des Einzelhandels- und Pharmasektors. Zu den größten Gewinnern gehören am Morgen dagegen die Chipaktien. Mit positiven Kommentaren sorgt Texas Instruments im Halbleitersektor für Bewegung. Erste Anzeichen einer baldigen Erholung der weltweiten Chipnachfrage seien zu erkennen. Vor allem im Bereich der Mobiltechnologie zeichne sich ein Anziehen der Nachfrage ab, so Richard Templeton, der bei Texas Instruments für das operative Geschäft zuständig ist. Zudem sei es vor allem dem Mobiltelefonsektor in den vergangenen Quartalen gelungen, die Lagerbestände größtenteils abzubauen. Im vergangenen Monat deutete Nokia eine Stabilisierung in der Mobilfunkbranche an. Dennoch seien die Investitionen in Technologie nach wie vor niedrig, so Richard Templeton weiter. Texas Instruments deckt fast zwei Drittel der weltweiten Chipproduktion für Mobiltelefone ab. Das Papier zählt zu den am meisten gehandelten Aktien und legt fast drei Prozent zu. Die Titel der Handyhersteller Ericsson und Nokia legten im außerbörslichen Handel zunächst an Wert zu, drehten aber nach dem Läuten der Eröffnungsglocke ins Minus. Einzig das Papier von Motorola zeigt ins Plus.

Die Aktie von Intel legt in den ersten Handelsminuten über ein Prozent an Wert zu, obwohl sich die Freude über Intels Erfolg im Bereich der 2-Gigahertz-Prozessoren bei den Analysten in Grenzen hält. Die Analysten von Credit Suisse First Boston empfehlen die Aktie weiterhin mit "halten" und bestätigen ihre Prognosen bis zum Jahr 2003.

Sun Microsystems präsentiert sich am Morgen als schwächster Nasdaq-Wert. Nach der ersten Hälfte des laufenden Quartals wird sich der Serverspezialist am Mittwoch zum Geschäftsverlauf äußern. Die Analysten von Goldman Sachs zeigen sich skeptisch. Während sie die Umsatzerwartungen für das laufende Quartal um 100 Millionen Dollar auf 3,7 Milliarden Dollar reduzieren haben, halbieren sie die Gewinnprognosen auf einen Cent pro Aktie. Für das Geschäftsjahr 2002 korrigieren die Experten die Gewinnerwartungen von ursprünglich 37 Cents pro Aktie auf 28 Cents pro Aktie. Damit liegen sie sechs Cents unter den Konsensschätzungen der Wall Street. Letztendlich werde Sun Micro zwar von einem robusten Produktzyklus profitieren, doch zur Zeit stehe das Unternehmen im Schatten des Konjunkturverlaufs, so die Analysten Auch die Experten von Lehman Brothers zeigen sich skeptisch. Sie stellen eine Erholung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte in Frage. Die Aktie gehört zu den am meisten gehandelten Aktien.

Die Aktie von Tyson Foods notiert trotz guter Nachrichten schwächer. Der Geflügelproduzent steht kurz vor dem Abschluss des Kaufs von Rindfleischproduzent IBP. Am 28. September wird Tyson voraussichtlich die 4,4 Milliarden-Dollar-Übernahme schließen. Tyson besitz bereits 50,1 Prozent der Anteile von IBP. Auch das Papier von IBP büßt ebenfalls Punkte ein.

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