Aktien der britischen Luxusmodemarke eher günstig
Burberry sticht Prada beim Börsenstart aus

Im Wettlauf um den besseren Start an der Börse hat die britische Bekleidungsmarke Burberry den italienischen Edelschneider Prada hinter sich gelassen. Der Burberry-Mutterkonzern, die Kaufhausgruppe Great Universal Stores (GUS) wird am 12. Juli ein Viertel der britischen Traditionsmarke an die Londoner Börse bringen - und damit vor Prada auf dem Parkett sein.

and LONDON. Die Preisspanne wurde auf 230 bis 290 Pence festgelegt. Damit wird das Unternehmen, das weltweit mit seinen modischen Schottenkaros auf Erfolgskurs gegangen ist, auf rund 1,15 bis 1,45 Mrd. £ (1,7 bis 2,2 Mrd. ?) bewertet. GUS hatte Burberry 1955 für ein Zehntel gekauft.

Analysten bezeichneten die Preisspanne gestern als eher "konservativ". Mit einem günstigen Angebot wolle Burberry die Aufmerksamkeit vom italienischen Rivalen Prada ablenken, der ebenfalls im kommenden Monat an die Börse will. Allerdings hatte Prada im vergangenen Jahr die Aktienausgabe zweimal abgesagt. Prada-Chef Patrizio Bertelli erklärte am Wochenende, auch diesmal könne der Plan eventuell noch gestoppt werden. Marktbeobachter halten dies nach dem Burberry-Angebot für denkbar.

Der britische Markenartikler konnte im Gegensatz zu seinem Rivalen den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast ein Drittel steigern. Burberry-Chefin Rose Marie Bravo sagte gestern, sie sehe zudem weitere Vorteile ihrer Marke gegenüber Prada. "Unser Name hat einen einzigartigen Charakter und eine alte Tradition. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil."

Analysten sehen dies ähnlich. Der Fokus auf eine Marke und die Eigentümerstruktur mit GUS als Großaktionär (75 %) machten die Aktie attraktiver als ein möglicher Prada-Börsengang, so Rupert Totter, Analyst bei Royal & Sun Alliance Investments. Auf dem grauen Markt in London wurde Burberry gestern mit 275 bis 285 Pence im oberen Be-reich der Preisspanne festgelegt.

Eine Gewinnerin des Burberry-Börsengang steht schon jetzt fest: Firmenchefin Bravo wird neben ihrem Jahresgrundgehalt von 1 Mill. £ (1,54 Mill. ?) ein Aktienpaket im Wert von fast 15 Mill. £ bekommen. Damit wird die 51-jährige New Yorkerin zu einer der bestbezahlten Managerinnen in Großbritannien.

Bravo hatte die Führung bei Burberry vor fünf Jahren übernommen und der etwas verstaubten, biederen Traditions-Marke zu einem modischen Image verholfen. Der Trend-Durchbruch gelang vor allem, als sich Künstlerinnen wie Kate Moss oder Madonna im Schottenmuster von Burberry zeigten.



Quelle: Handelsblatt

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