Aktien der Sportwetten-Anbieter profitieren in jedem Fall von der Fußball-EM
Sieger stehen nicht nur auf dem Platz

Die Wettanbieter im Internet buhlen pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft (EM) in Portugal mit über 300 verschiedenen Wetten um die Gunst der Kunden und versprechen rekordverdächtige Prämien.

DÜSSELDORF. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Diese Weisheit trifft zumindest auf die Angebote der Wettanbieter im Internet zu. Die Unternehmen buhlen pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft (EM) in Portugal mit über 300 verschiedenen Wetten um die Gunst der Kunden und versprechen rekordverdächtige Prämien. Wer beispielsweise einen Euro auf einen Turniersieg der deutschen Nationalmannschaft setzt, erhält bei einem Sieg je nach Anbieter zurzeit zwischen sieben und 13 Euro zurück. Bis zu 100 Euro gewinnt, wer den Namen des Schiedsrichters, der das Endspiel pfeifen wird, richtig vorhersagt. Ein noch höherer Betrag lockt, falls der Engländer Emile Heskey Torschützenkönig des Turniers wird.

Zwar sind derlei Wetten riskant. Da sich aber Zocker gerade in Sachen Fußball von Wahrscheinlichkeiten nicht beeindrucken lassen, verzeichnen die Wettanbieter Rekordumsätze. "Die EM ist für uns der absolute Höhepunkt des Jahres", sagt Hartmut Schultz, Sprecher der zweitgrößten deutschen Plattform Betandwin.de, deren Quoten im Gegensatz zur staatlichen Lotteriegesellschaft Oddset, die rund 70 Prozent der Einsätze wieder ausschüttet, um gut 20 Prozent höher sind.

Doch nicht nur für Wettfreunde sind Betandwin oder auch Sportwetten.de interessant. Auch in der Gunst der Anleger liegen die Unternehmen in diesem Jahr vorn: Seit Jahresbeginn stieg der Aktienkurs von Betandwin über 50 Prozent, und das britische Wettbüro William Hill verzeichnete einen Kursgewinn von rund 30 Prozent (siehe Grafik). Allein in England rechnen Branchenkenner damit, dass die EM dem Online-Anbieter Umsätze von bis zu 300 Mill. Pfund einbringt. Für Simon Larkin, Analyst bei ABN Amro, ist daher auch die Aktie von William Hill ein klarer Kauf - egal, wer das Turnier gewinnt.

Obwohl mit dem Schlusspfiff Anfang Juli zwar die Europameisterschaft beendet ist, rechnen die Analysten auch für die Zeit danach mit steigenden Kursen. "Der größte Umsatztreiber wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sein", sagt Konrad Sveceny, Analyst bei der Ersten Bank in Wien.

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