Aktien der südafrikanischen Minenproduzenten legen deutlich zu – 300 US-Dollar in Reichweite
Gold mit frischem Glanz

Gold macht nach langer Pause wieder von sich Reden. Innerhalb von zwei Tagen hat es sich in der Spitze um rund 25 Dollar verteuert. Analysten warnen jedoch vor allzu großer Euphorie.

HB KAPSTADT/DÜSSELDORF. Massive Käufe amerikanischer Fonds, Inflationssorgen und Gerüchte über ein Auslaufen der Goldverkäufe durch die Notenbanken haben die Edelmetallmärkte aufgeschreckt. Der Goldpreis stieg nach langer Phase der Stagnation gestern in Asien mit 298 Dollar pro Feinunze zeitweise auf den höchsten Stand seit über einem Jahr. Im Zuge von Gewinnmitnahmen fiel das Edelmetall in Europa auf gut 290 Dollar zurück, lag damit aber deutlich höher als am Freitag, als es mit 273 Dollar geschlossen hatte.

Der plötzliche Anstieg des Goldpreises hat auch den Aktien der Minenproduzenten weitere Kursgewinne beschert - einige Experten spekulieren bereits über ein Ende der 20-jährigen Gold-Baisse. Besonders anschaulich lässt sich die Entwicklung in Südafrika beobachten: Stand der Goldindex der Johannesburger Börse (JSE) hier zu Jahresbeginn noch bei nur 850 Punkten, ist er seitdem um über 50 Prozent auf 1 350 Punkte in die Höhe geschnellt.

Grüde für Anstieg umstritten

Zwar bleiben die Gründe für den plötzlichen Anstieg des Edelmetalls unter Experten umstritten - schließlich zeigen sich selbst Goldanhänger über das Ausmaß überrascht. Doch es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Gold die Marke von 300 Dollar testen wird. Das Jahrestief lag Anfang April bei 255 Dollar. Leon Esterhuizen, Goldanalyst bei UBS Warburg in Johannesburg, weist auf die Rückkehr der Fonds in den Goldsektor hin. Händler betonen, dass eine Reihe von Fonds auf fallende Notierungen gesetzt hatten und jetzt vom Kursanstieg überrascht wurden. Um zu große Verluste zu vermeiden, deckten sie sich nun mit Gold ein und schlossen damit ihre Positionen. Das hat auch die Zinsen für Goldausleihungen in die Höhe getrieben.

Trotz der verbesserten Konstellation für Gold warnen Händler und Analysten davor, nun in Euphorie zu verfallen. Mittelfristig wird ein Kursrückfall für wahrscheinlicher gehalten als ein weiterer Anstieg. Ohnehin hält Markttechniker Holger Struck von M.M. Warburg nach dem jüngsten Preissprung eine Konsolidierung für nötig. Auch die Ergebnisse einer Studie des Londoner Beratungsunternehmens Gold Fields Mineral Services trüben die Hoffnung auf eine langfristige Erholung. In dem vor kurzem veröffentlichten Jahresbericht zeigte sich das Institut eher pessimistisch für die Zukunft des Goldes. Der größte Belastungsfaktor bleibt laut südafrikanischen Analysten der ständige Goldverkauf durch Zentralbanken in aller Welt.

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