Aktien des Pharmakonzerns steigen gegen den Trend
Novartis überzeugt Analysten mit guten Zahlen

Novartis erwartet auch für das zweite Halbjahr 2002 eine anhaltende Wachstumsdynamik. Die Börse reagierte mit Erleichterung auf die vorgelegten Halbjahreszahlen, die die Erwartungen übertrafen. Sollte sich der Konsolidierungsprozess fortsetzen, dürfte der Schweizer Pharmakonzernen die Initiative ergreifen.

HB/ef ZÜRICH. Die Novartis AG hat mit den Halbjahreszahlen einmal mehr die Zweifler überzeugt. Insbesondere das Pharmawachstum und die Ausweitung der operativen Margen wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Der Anstieg der Aktien um gut 2,5 % auf 51,85 Franken in einem sehr schwachen Markt wurde von Analysten als Zeichen der Erleichterung der Investoren nach den schlechten Nachrichten auch aus der Pharmaindustrie interpretiert. Im Vorfeld der Publikation hatte das negative Börsen- und Branchenumfeld auch auf den Schweizer Pharmaprimus abgefärbt. Novartis ist es im ersten Halbjahr gelungen, den Konzernumsatz um 6 % auf 16,25 Milliarden Franken zu steigern.

Um die Leistung im Branchenvergleich zu würdigen, ist das in Lokalwährungen erzielte Umsatzplus von 13 % aussagekräftiger. Die Abwertung des US-Dollars schlägt bei Novartis gravierend durch, da die Schweizer einen immer stärkeren Anteil ihres Konzernumsatzes im wichtigsten Pharmamarkt erzielen. Der US-Anteil am Pharmaumsatz erreichte 43 %. Die in den letzten Jahren dort getätigten Investitionen schlagen sich in einem überproportionalen Wachstum nieder. So legten die US-Pharmaumsätze im Berichtszeitraum um 28 % zu.

"Dank unserer strategischen Ausrichtung auf Innovation und nachhaltiges Wachstum gelang es uns, trotz einer unsicherer Wirtschaftslage und eines kritischen Branchenumfeldes, ein anhaltend solides Ergebnis zu erzielen", sagte Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella. Von dem im Vergleich zum Konzernumsatz überproportionalen Wachstum des margenträchtigen Pharmaumsatzes zeigten sich Analysten besonders angetan. Auch die Aussichten bleiben positiv: So erwartet Novartis ein Anhalten der Wachstumsdynamik für das gesamte Jahr. Dazu sollen sowohl die führenden Medikamente, die Einführung neuer Produkte wie auch Erweiterungen von Indikationen beitragen. Das für das Gesamtjahr in Aussicht gestellte Pharmawachstum von 10 % in Lokalwährungen bewerten Analysten als eine ausgesprochen konservative Schätzung.

Positiv entwickelte sich im Berichtshalbjahr auch das operative Ergebnis, das um 14 % zulegte. Unter dem Strich steht ein um 3 % auf 3,85 Milliarden Franken verbesserter Konzerngewinn. Dank des Rückkaufs eigener Titel erhöhte sich der Gewinn pro Aktie um 5 % auf 1,51 Franken. Das im Vergleich zum operativen Ergebnis niedrigere Wachstum des Konzerngewinns ist auf den Rückgang des Nettofinanzergebnisses um 29 % auf 680 Mill. Franken zurück zu führen. Das Anlageergebnis der Nettoliquidität wird von Analysten angesichts der Lage an den Kapitalmärkten dennoch als positiv bewertet, zumal das Finanzergebnis im zweiten Quartal 2001 besonders stark ausgefallen war. Zu dem insgesamt positiven Finanzergebnis hat die vollständige Absicherung des US-Dollars und des japanischen Yen bis Ende 2002 beigetragen. Deshalb erwartet Novartis auch, dass der Finanzertrag im Gesamtjahr nur wenig unter dem Rekordniveau 2001 liegen wird.

Patrick Burgermeister, Pharmaanalyst der Zürcher Kantonalbank, bewertet ebenso wie sein Kollege Giusep Demont von der Bank Vontobel AG das Ergebnis und die Aussichten von Novartis positiv. Beide Banken empfehlen die Titel weiterhin zum Kauf. Für Demont ist vor allem die Entwicklung der neu eingeführten Krebsmedikamente Glivec und Zometa ermutigend. Auch das deutlich überproportionale Pharmawachstum in den USA bewertet er positiv. Für Burgermeister zählt Novartis zu den erfolgreichsten Konzernen der Branche. Er ist überzeugt, dass Novartis bei weiteren Übernahmen oder Zusammenschlüssen aus einer Position der Stärke die Initiative ergreifen könnte.

Quelle: Handelsblatt

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