Aktien fielen auf 52-Wochen-Tief
Fusion von HP und Compaq beschäftigt Kartellwächter

Die 20,52-Mrd. $-Übernahme von Compaq Computer Corp, Houston, durch Hewlett-Packard Co, Palo Alto, ruft sowohl in den USA als auch in Europa die Kartellwächter auf den Plan. Marktkenner gingen davon aus, dass die Prüfungen dazu führen könnten, dass der neue Konzern in kritischen Bereichen einen Teil seiner Sparten abstoßen müsse, schreibt das Wall Street Journal (WSJ) in seiner Mittwochausgabe.

vwd PALO ALTO. Das Blatt zitiert Robert Pitofskfy, Experte für Wettbewerbsrecht an der Georgetown University Law School, der meint, dass eine Fusion der Nummern zwei und drei innerhalb eines Marktes sich schon immer als schwierig erwiesen habe. Allerdings könnten die Charakteristika des PC-Marktes eine Erlaubnis durch die Behörden erleichtern.

Dieser Markt sei geprägt von niedrigen Eintrittsbarrieren, einer hohen Fluktuation auf Seiten der Anbieter und schnellem technischen Fortschritt. Eine Konsolidierung werde deshalb von vielen Ökonomen als logische Konsequenz angesehen. Darüber hinaus würden Konkurrenten wie International Business Machines (IBM) oder Sun Microsystems genügend Gewicht aufweisen, um als ernst zu nehmende Konkurrenten des aus der Fusion hervorgehenden neuen Konzerns aufzutreten. Dennoch ist nach Meinung von Kennern der Materie damit zu rechnen, dass sowohl die US-amerikanischen als auch die europäischen Wettbewerbsbehörden bei der Beurteilung strenge Maßstäbe anlegen werden. Insbesondere der Vertriebskanal werde Gegenstand einer sorgfältigen Überprüfung sein.

Dem Vernehmen nach werden sich in Kürze Vertreter der Federal Trade Commission (FTC) und des Justizministeriums treffen, um festzulegen, welche Behörde die Fusion zwischen Hewlett-Packard und Compaq prüfen wird, schreibt das WSJ. Größer sei die Chance, dass das FTC den Auftrag erhalte, da diese Behörde bereits vor drei Jahren die Übernahme von Digital Equipment durch Compaq bearbeitet habe. Eine Ablehnung der Fusion durch die EU-Kartellwächter nach dem Beispiel des gescheiterten Zuammengehens von General Electric und Honeywell, erwarte ernsthaft niemand, schreibt das Blatt. Darüber hinaus habe der Chief Executive Officer (CEO) von Hewlett-Packard, Carleton Fiorina, bereits Bereitschaft zum Einlenken signalisiert, falls die Behörde die Fuion mit Auflagen versehen sollte.

Gemessen an dem Börsenkurs der beiden Aktien Hewlett-Packard und Compaq stehen Investoren der Fusion kritisch gegenüber. Beide Papiere fielen am Vortag an der Wall Street auf ein 52-Wochen-Tief. Hewlett-Packard verloren 19 % auf 18,87 $, während Compaq zehn Prozent auf 11,08 $ nachgaben.

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