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Aktien Frankfurt: DAX vor Beginn der US-Berichtssaison schwächerDPA-Datum: 2004-07-06 15:07:40

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ungeachtet weiterer Anzeichen einer Konjunkturerholung in Deutschland haben Verkaufsaufträge charttechnisch orientierter Anleger am Dienstag die Börse belastet. Der DAX gelte als "angeschlagen", nachdem das Börsenbarometer unter 3.079 Punkte gesunken sei, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Zudem hielten sich die Anleger einen Tag vor dem Beginn der Berichtssaison in den USA zurück.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ungeachtet weiterer Anzeichen einer Konjunkturerholung in Deutschland haben Verkaufsaufträge charttechnisch orientierter Anleger am Dienstag die Börse belastet. Der DAX gelte als "angeschlagen", nachdem das Börsenbarometer unter 3.079 Punkte gesunken sei, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Zudem hielten sich die Anleger einen Tag vor dem Beginn der Berichtssaison in den USA zurück.

Das Börsenbarometer gab um 1,21 Prozent auf 3.947,40 Punkte nach, während der MDAX < MDAX.ETR > um 0,90 Prozent auf 5.001,71 Punkte abgab. Der TecDAX < TDXP.ETR > büßte 1,18 Prozent auf 563,79 Punkte ein.

Damit ignorierte der Markt augenscheinlich, dass das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem und im kommenden Jahr in Deutschland ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum als bislang erwartet. Zudem sank die Arbeitslosenzahl im Juni in der Bundesrepublik bereinigt um 1000 auf 4,23 Millionen, während befragte Volkswirte einen Zuwachs von 10 000 erwartet hatten. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" soll auch der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben revidiert haben.

Henkel-Aktien < HEN3.ETR > waren mit Abstand die größten Verlierer mit minus 5,38 Prozent auf 65,66 Euro. Der Konsumgüterhersteller hat am Morgen seine Umsatzprognose für 2004 gekappt, jedoch an seinen Gewinnzahlen festgehalten. Unter Druck standen auch die Aktien des Pharma- und Spezialchemieunternehmens ALTANA < ALT.ETR > , die 3,61 Prozent auf 47,47 Euro verloren. Pharmachef Hans-Joachim Lohrisch hatte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) gesagt, die geplante Preisregulierung für patentgeschützte Medikamente lasse deutliche Einbußen bei dem wichtigen Magenmittel Pantoprazol erwarten.

Vergleichsweise gut hielten sich die Automobilwerte, obwohl der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Inlandsprognose für das laufende Jahr auf Vorjahresniveau gesenkt hatte. Die Anleger setzten wohl eher auf den Exporterfolg der Autobauer, sagte ein Händler einer Frankfurter Großbank. Als stärkster DAX-Wert gewannen Volkswagen < VOW.ETR > 0,21 Prozent auf 33,65 Euro. DaimlerChysler < DCX.ETR > büßten 0,60 Prozent auf 36,73 Euro ein und BMW < BMW.ETR > gaben 0,73 Prozent auf 35,48 Euro ab.

Nach negativen Analystenkommentaren gerieten die Versicherer stark unter Druck. Die Titel der Münchener Rück < MUV".ETR > gaben um 2,41 Prozent auf 86,23 Euro nach. Aktien der Allianz < ALV.ETR > verloren 2,28 Prozent auf 86,24 Euro. Ein Händler sah neben der Umschichtungsempfehlung durch Morgan Stanley auch in dem jüngsten Kauf der Allianz ein Grund für die Kursverluste. Der Finanzkonzern hatte am Montagabend bekannt gegeben, dass er den größten britischen privaten Altenheim Four Seasons Group-Betreiber von der Investmentgesellschaft Alchemy für 775 Millionen britische Pfund (1,15 Milliarden Euro) übernehmen wird. "Der Markt ist sich noch unschlüssig, inwieweit dieses Unternehmen zu dem Allianz-Konzern passt und ob der Preis gerechtfertigt ist", sagte der Händler.

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