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Aktien Frankfurt Schluss: Schwach - Siemens mit hohen Verlusten

Belastet von hohen Verlusten der Siemens-Aktie hat der deutsche Leitindex Dax am Dienstag schwach geschlossen. Der Dax gab um 1,28 Prozent auf 3 966,48 Punkte ab.

dpa-afx FRANKFURT. Belastet von hohen Verlusten der Siemens-Aktie hat der deutsche Leitindex Dax am Dienstag schwach geschlossen. Der Dax gab um 1,28 Prozent auf 3 966,48 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,87 Prozent auf 5 086,64 Punkte und der TecDax fiel 2,05 um Prozent auf 505,78 Zähler.

Siemens-Aktien standen nach Marktgerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung unter Druck. Das Papier verlor um 3,06 Prozent auf 59,47 Euro. Mehrere Händler verwiesen auf Marktgerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung. "Das Gerücht kommt aus London und belastet den Wert", sagte ein Marktteilnehmer. Er denke jedoch nicht, dass das Gerücht sich bewahrheitet. Auch ein weiterer Händler sagte: "Da ist wohl nichts dran." Siemens selbst dementierte das Gerücht: "Das ist völlig aus der Luft gegriffen", sagte ein Unternehmens-Sprecher.

Gleichzeitig sagten mehrere Händler, dass Dresdner Kleinwort Wasserstein die Senkung der Siemens-Prognosen erwägt. Die Experten hätten sich nach einem Treffen mit Firmenvertretern besorgt geäußert, dass die Prognosen zu hoch angesetzt sein könnten, hieß es.

Der hohe Ölpreis und Enttäuschung über die Philips-Zahlen hätten den Dax unter die 4 000-Punkte-Marke gedrückt, sagten Händler. Die unerwartet schwache ZEW-Konjunkturumfrage im Oktober beschleunigte die Talfahrt dabei. Die Hoffnung auf eine anhaltende Erholung der Wirtschaft in Deutschland hatte zum dritten Mal in Folge einen kräftigen Dämpfer erhalten. Laut der monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) trübte sie sich im Oktober spürbar ein.

Technologie-Titel wurden belastet von teilweise enttäuschenden Quartalszahlen des niederländischen Elektronikherstellers Philips und dessen verhaltenen Ausblick. Unter diesen Nachrichten litt Infineon ; das Papier verlor 2,72 Prozent auf 8,24 Euro. Die Aktie des TecDax-Schwergewichts Micronas verbilligte sich um 4,95 Prozent auf 31,65 Euro.

Aktien der Autohersteller litten stark unter dem Ölpreis-Hoch. Zudem verwiesen Experten auf die Zulassungszahlen für Westeuropa, die am Mittwoch schwach ausfallen dürften. Daimler-Chrysler büßten 1,98 Prozent auf 33,65 Euro ein, BMW verloren 2,04 Prozent auf 33,53 Euro und Volkswagen gaben um 0,89 Prozent auf 33,34 Euro nach. Hier gehen die Tarifverhandlungen in die dritte Runde. VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn gab sich optimistisch, dass beim Streit über Beschäftigungssicherung eine Annäherung an die Gewerkschaft erreicht werden kann.

Die Aktien der Deutschen Telekom entwickelten sich besser als der Gesamtmarkt; sie verloren 0,60 Prozent auf 14,96 Euro. "Bei den hohen Volumina, die vom Aktienmarkt aufgenommen worden sind, ist es normal, dass die T-Aktie fällt", sagte ein Händler und verwies auf die Platzierung durch die KfW. Die staatseigene KfW hatte rund 200 Mill. Aktien der Telekom zum Stückpreis von 15,05 Euro platziert. Außerdem verkaufte die KfW Optionen über etwa 100 Mill. Telekom-Aktien. Durch die Transaktion fließt der KfW insgesamt ein Erlös von vier Mrd. Euro zu.

"Die Platzierung scheint relativ erfolgreich gelaufen zu sein, denn der Aktienkurs der Telekom hat sich trotz der Fusion mit T-Online gut gehalten", sagte Analyst Thomas Friedrich von der Hypovereinsbank. Die Platzierung an sich sei positiv zu werten, da damit das Problem des Aktienüberhangs entschärft werde.

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