Aktien gaben auch nach
UBS muss Vertrauen zurück gewinnen

Die völlig überraschende Entlassung von Luqman Arnold als Präsident der Konzernleitung der UBS AG, Basel/Zürich, hat vor allem unter angelsächsischen Analysten und Investoren für ein hohes Maß an Verunsicherung gesorgt.

ef ZÜRICH. Zwar versuchte der neue Konzernchef Peter Wuffli am Dienstag Befürchtungen zu streuen, dass die von Arnold eingeführte und als vorbildliche anerkannte Transparenz künftig wieder eingeschränkt werde. Doch die Verunsicherung ist geblieben.

Unsicherheit ist das größte Gift für den Aktienkurs. Allein am Tag der Publikation der Entscheidung brach der Kurs der UBS-Titel um fast 5 % ein. Dabei hatte sich die UBS-Aktie bislang in diesem Jahr im Vergleich zu Wettbewerbern gut geschlagen. Da Wuffli nicht autorisiert erschien, die genauen Gründe für die Entlassung seines Vorgängers zu nennen, setzten die UBS-Aktien auch gestern ihren Abwärtstrend fort, wenn auch in etwas abgebremster Form. Es verstärkte sich der Eindruck, dass es angelsächsische Analysten nur Managern aus ihrem Kulturraum zutrauen, den Vorrang des Shareholder Values und ein hohes Maß an Transparenz durchzusetzen.

Doch gerade Wuffli hatte als Finanzchef des Schweizerischen Bankvereins (SBV), einer der Vorgängerbanken der UBS, und auch als erster Finanzchef des fusionierten Instituts die Basis für hohe Transparenz gelegt. Auf dieser Basis konnte dann Arnold ab 1999 zunächst als Finanzchef und ab April dieses Jahres als Konzernchef aufbauen. Hinzu kommt, dass sich Wuffli bereits in seiner Funktion als Finanzchef als guter Kommunikator erwiesen hat. Ein weiteres Plus ist sicherlich, dass er seit seinem Eintritt beim SBV 1994 mit dem heutigen Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel ein ausgesprochen gutes Verhältnis pflegt. Gerade dieses gute Einvernehmen dürfte auch ein Grund für seine Berufung an die Konzernspitze gewesen sein.

Zugetraut wurde Wuffli das Spitzenamt schon zu seiner Zeit als Finanzchef von SBV und UBS. Durch die Übernahme der Verantwortung für das Asset Management, dass vor zwei Jahren in einer tiefen Krise steckte, war er der Öffentlichkeit dann vorübergehend etwas entrückt. Beobachter am Finanzplatz Zürich stimmen in einem Punkt überein: Das Vertrauensverhältnis zwischen Ospel und Arnold war gestört. Dem Brite dürfte die aktive Rolle, die Ospel im Tagesgeschäft auch als Verwaltungsratspräsident weiter spielte, nicht geschmeckt haben. Am deutlichsten wurde dies während der Swissair-Krise. Nicht Arnold, sondern Ospel spielte die entscheidende UBS-Rolle bei der Lösung dieses Problems.

Die Berufung von Wuffli darf indes nicht als Abkehr von der Internationalität der UBS-Führung interpretiert werden. Im Gegenteil: Die weiteren Berufungen, vor allem die heraus gehobene Stellung des Amerikaners Joseph J. Grano zum Koordinator für das Kerngeschäft Vermögensverwaltung (Wealth Management) unterstreicht, dass es im Hinblick auf die Internationalisierung bei der UBS kein Zurück mehr gibt.

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