Aktien gelten überwiegend als Kaufempfehlung
Unterhaltungselektronik auch in schweren Zeiten

Wegen der eingeleiteten Sanierungsprogramme haben viele Analysten die Aktien der Unterhaltungselektronik-Branche auf ihren Empfehlungslisten. Besonders Loewe hat sich zu einem Liebling entwickelt.

DÜSSELDORF. Die derzeit schwache Konsumnachfrage macht auch vor dem Markt für Unterhaltungselektronik nicht halt. Selbst die Fußball-Weltmeisterschaft hat den Absatz von Fernsehern und Videorecordern nicht beflügeln können. In Deutschland sank der Umsatz mit klassischer Unterhaltungselektronik im vergangenen Jahr um 2,4 %, für das laufende Jahr rechnen die Hersteller bestenfalls mit einem kleinem Plus.

Viele Hersteller kämpfen mit roten Zahlen. Grundig, Marktführer bei Fernsehern in Deutschland, ist (zu seinem Glück) nicht an der Börse notiert. Schneider hat vor einigen Monaten Insolvenz angemeldet. Doch trotz der schwachen Konjunkturperspektiven stehen die Aktien der großen Konzerne der Unterhaltungselektronik in der Gunst der Analysten nicht schlecht da. Sie geben überwiegend Kaufempfehlungen aus.

Besonders Loewe hat sich zu einem Favoriten der Analysten entwickelt. Mario Endner von der Bayerischen Landesbank bewertet das Papier mit "Übergewichten". Er sieht Loewe gut positioniert und erwartet großes Potenzial auf den Auslandsmärkten. Zudem sei das Papier relativ billig. Auch Michael Geiger von Credit Suisse First Boston empfiehlt Loewe als Kauf. Das Unternehmen sei im Inland auch in schwierigen Zeiten gut gefahren und habe sich erfolgreich als exklusiver Anbieter im oberen Preissegment positioniert. Loewe selbst hat erst in der vergangenen Woche auf der Hauptversammlung die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt.

Auch Philips gilt bei den meisten Analysten als Kaufempfehlung, wenn die Mehrheit auch geringer ist als bei Loewe. Der holländische Konzern ist zwar der zweitgrößte Anbieter von Unterhaltungselektronik in Europa, bearbeitet aber auch die Gebiete Licht, Bauelemente und Medizintechnik. Gerade diese Chipsparte hat sich im vergangenen Jahr als Belastung erwiesen und das Ergebnis verhagelt. Inzwischen hat Philips aber die Ertragswende geschafft und die Analysten honorieren dies. Merrill Lynch hat erst kürzlich die Kaufempfehlung für die Philips-Aktie bekräftigt. Gunther Kramert von der BHF-Bank sieht den Konzern als "Outperformer" und begrüßt die breite Aufstellung der Niederländer - vor allem, dass Philips verstärkt den US-Markt angeht, wo der Konzern bisher ziemlich unbekannt ist. Dies könne das Ergebnis noch verbessern. Theo Kitz von Merck Finck sieht Philips dagegen nur als "Marktperformer".

Für die französische Thomson Multimedia hat Merrill Lynch erst vergangene Woche die Empfehlung von "Neutral" auf "Kauf" angehoben. Der drittgrößte europäische Anbieter, der in den USA mit der Marke RCA stark vertreten ist, gilt für Wolfgang Fickus von der WestLB Panmure als "Outperformer". Die Digital-Strategie bei Set-top-Boxen und die Diversifizierung durch die Übernahme von Technicolor gelten als Erfolge.

Weniger einheitlich ist die Einschätzung der großen japanischen Anbieter von Unterhaltungselektronik. JP Morgan hat vergangene Woche auf Risiken für die japanischen Anbieter hingewiesen und empfiehlt derzeit nur vier Werte: Matsushita, Funai, Victor und Alpine. Matsushita Electric (Hauptmarke Panasonic) wird von Merrill Lynch und Nikko Salomon Smith Barney nur mit "Neutral" eingestuft. Das Unternehmen wies im vergangenen Jahr erstmals einen operativen Verlust aus und hat massive Restrukturierungskosten zu verkraften. Der Konkurrent Sony wird dagegen überwiegend als "Kauf" eingestuft. Analysten wie Merrill Lynch vertrauen darauf, dass die derzeitige Umstrukturierung des Konzerns auf totale Vernetzung die Gewinne wieder sprudeln lässt.

Quelle: Handelsblatt

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