Aktien guter Unternehmen werden sich wieder erholen
Oktoberpanik sucht die Aktienmärkte heim

Die Oktoberpanik geht an den Aktienmärkten um: Auch in diesem Jahr scheint der Monat seinem schlechten Ruf als Crashmonat alle Ehre machen zu wollen. Der Ausverkauf setzte im September ein und hat sich seitdem von Tag zu Tag beschleunigt.

ap FRANFURT. Seit seinem Höchststand im März von 8.136,16 Punkten verlor der DAX mehr als 1.500 Zähler und der Nemax50 hat sich nach seinem Höchststand von 9.694,70 Punkten gar mehr als halbiert. Erinnerungen an spektakuläre Börsencrashs werden wach. Dennoch rechnen Experten nicht damit, dass sich die Ereignisse von 1929, 1987 und 1997 wiederholen könnten.

Der "schwarze Freitag"

Als dunkelster Tag in der Börsengeschichte gilt der 25. Oktober 1929. Nachdem sich die Anzeichen für eine konjunkturelle Schwächephase gemehrten hatten, stürzten die Kurse an der Wall Street ins Bodenlose. Die damalige Praxis, Aktien auf Pump zu kaufen, trieb zahlreiche Spekulanten und Kleinanleger in den Ruin. Tausende Amerikaner verloren am "schwarzen Freitag" innerhalb weniger Stunden ihr gesamtes Vermögen. Die Panik griff auf die anderen Börsenplätze über. Der Crash endete in der schwersten Weltwirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts.

Der zweite Crash

Am 19. Oktober 1987 brach der Dow-Jones-Index um 508 Punkte ein. Auch Deutschland geriet in den Sog. Auslöser waren Differenzen zwischen den USA und Deutschland über die Zinspolitik der Bundesbank sowie Ängste vor einem Konflikt mit dem Iran.

Der "schwarze Montag"

Gut zehn Jahre später, am 27. Oktober 1997 verlor der Dow-Jones 554 Punkte. Der von New York ausgelöste Kursrutsch verbreitete sich wie ein Lauffeuer um den Globus. Über Südamerika und Asien setzte sich das Kursbeben bis nach Europa fort. Auslöser für den Einbruch an der Wall Street, der als "schwarzer Montag" in die Finanzgeschichte einging, war die Asienkrise.



Im Oktober werden die Anleger nervöser

Im Oktober werden die Investoren nervöser, da sind sich die Experten einig. Zwar gebe es keinen rationalen Grund für Kurseinbrüche ausgerechnet in diesem Monat, aber die Erinnerung an Crashs wirke fort, sagt Professor Wolfgang Gerke von der Universität Nürnberg/Erlangen. Die Angst vor Kursrückgängen führe zu eben diesen Rückgängen, argumentiert auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Die aktuellen Kurseinbrüche sind nach Einschätzung der Experten jedoch kein Grund zur Panik. Es finde eine normale Marktbereinigung statt. "Manche sind aufgewacht, die gedacht haben, dass die Börse ein Selbstbedienungsladen zum Reichwerden ist", sagt Gerke. Die Kurskorrektur sei fällig gewesen, allerdings bestehe die Gefahr, dass jetzt nach unten übertrieben werde. Gute Zahlen würden nicht zur Kenntnis genommen, schlechte überbewertet, wie die Experten argumentieren. So sei beispielsweise die Abstrafung des Internetdienstes Yahoo durch die Märkte nicht mit den Daten des Unternehmens zu begründen, sagt Gerke.

Ausverkauf am Neuen Markt

Während die Blue Chips derzeit zwar nachgeben, aber nicht ins Bodenlose fallen, herrscht am Neuen Markt Ausverkauf. Und da sind einige Unternehmen nicht ganz unschuldig. Gewinnwarnungen und Firmen, die wegen falscher Prognosen das Vertrauen verspielt haben, belasten nach Einschätzung von Kurz den Neuen Markt. "Bei einigen hatten die Prognosen die Qualität von Grimms Märchen". Die Konjunkturdaten seien nicht schlecht, betont Kurz. Zwar flache sich der Aufschwung in den USA langsam ab und Europa sei noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Fundamental sei dies jedoch kein Grund für die aktuellen Kurseinbrüche. Er habe vielmehr den Eindruck, dass der Markt derzeit eine Orientierung suche, welche Unternehmen Gewinnperspektiven böten und welche Luftblasen seien.

Anleger sollten nicht "wild verkaufen"

Den Anlegern rät der Aktionärsschützer zu Besonnenheit. Sie sollten ihre Titel nicht wild verkaufen, aber die Depots durchforsten. Denn der Markt werde selektiver, gute Unternehmen würden sich wieder erholen. Aber mit der Euphorie, wo alles nach oben gehe, sei nicht mehr zu rechnen, sagt Kurz voraus. Kriterium für die Entscheidung der Anleger sollte die Prognosesicherheit von Unternehmen sein und die Realisierbarkeit der Geschäftsidee.

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