Aktien im Fokus
Telekom-Titel profitieren von UMTS-Entscheidung in Frankreich

Nach der Entscheidung der französischen Regierung die UMTS-Mobilfunklizenzen erheblich zu verbilligen haben Telekom-Aktien europaweit zugelegt.

dpa-afx FRANKFURT/M. Nach den kräftigen Vortagesgewinnen verteuerten sich Vivendi, France Telecom und Bouygues am Mittwoch zwischen knapp fünf und fast sieben Prozent. In Frankfurt kletterte die T-Aktie bis 11.30 Uhr 4,16 Prozent auf 19,01 Euro, während der Deutsche Aktienindex Dax um 2,49 Prozent auf 4.741,64 Punkte zulegte.

Frankreichs Regierung hatte am Dienstag deutlich günstigere UMTS-Bedingungen für die Telekomanbieter angekündigt. Als Einstiegszahlung wird von den Lizenznehmern zwar wie bisher 619 Millionen Euro erhoben. Anschließend sollen sie aber nur noch umsatzabhängige Gebühren entrichten. Die Lizenzdauer wird außerdem von bislang 15 auf 20 Jahre verlängert.

Die französische Regierung hatte im vergangenen Mai wegen der hohen UMTS-Preise nur zwei von vier Lizenzen vergeben können, da andere Bieter wie Bouygues und Suez absprangen. Vivendi Universal hatte die erste Rate von 619 Millionen Euro erst nach Androhung von Sanktionen gezahlt und darauf gedrungen, den Gesamtpreis von 4,95 Milliarden Euro neu zu verhandeln.

Die Entscheidung der französischen Regierung sei eine "sehr, sehr gute Nachricht", sagte ein Händler in Paris. "Es ist gut für die Stimmung, und es ist gut für den Cash Flow der Unternehmen." Der Erfolg der französischen Unternehmen habe Hoffnungen hervorgerufen, dass die Lizenzgebühren auch anderswo in Europa fallen könnten. "Der politische Druck hat gewirkt."

Der Entscheid sei auch für die Deutsche Telekom eine sehr gute Nachricht, sagte ein Händler in Frankfurt. Zudem sei es ein zusätzliches Argument, die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zu einer Überprüfung der deutschen UMTS-Lizenzen aufzufordern.

Deutsche Regulierungsbehörde will Bedingungen nicht ändern

Die Regulierungsbehörde teilte jedoch am Mittwoch auf Anfrage mit, die Lizenzbedingungen nicht ändern zu wollen. Da das Vergabeverfahren in Deutschland im Rahmen einer Auktion stattgefunden habe, hätten die Bieter die Preise selbst bestimmt, hieß es.

Andere Marktbeobachter sagten, die geänderten UMTS-Regeln in Frankreich dürften keine Auswirkungen auf die derzeitigen Tarife haben, da die Einstiegszahlung unangetastet bleibe. Zudem unterschieden sich die Bedingungen in Frankreich deutlich von denen in anderen Ländern Europas.

Unterdessen kletterte die Aktie des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefonica 4,75 Prozent auf 13,24 Euro. In London legten Vodafone 4,69 Prozent auf 167,50 Pence zu. British Telecom gewannen 6,27 Prozent auf 347,25 Pence. Telecom Italia zogen 1,83 Prozent auf 9,22 Euro an.

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