Aktien im Fokus
Titel deutscher Banken unter Druck

Dem allgemeinen Abwärtstrend an den europäischen Börsen am Dienstag konnten sich auch die deutschen Banken nicht entziehen. Trotz der Sparmaßnahmen durch Stellenabbau und einer möglichen Fusion der Baufinanzierungs-Töchter gaben sämtliche deutsche Bankentitel deutlich nach.

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Bank verlor bis Mittag 3,70 % auf 56,55 Euro , Commerzbank 2,45 % auf 19,52 Euro. Dresdner Bank verbilligten sich um 2,79 % auf 36,65 Euro, und Hypo Vereinsbank büßten 4,79 % auf 32,18 Euro. Auch der Mutter-Konzern der Dresdner Bank, die Allianz , verlor 0,31 % auf 227,80 Euro. Gleichzeitig gab das Kursbarometer deutscher Standardwerte DAX um 1,99 % auf 4150,13 Zähler nach.

Die Fusion der Baufinanzierungstöchter der Dresdner Bank (Deutsche Hyp), Commerzbank (Rheinhyp) und Deutsche Bank (Eurohyp) solle noch im September abgeschlossen werden, berichtete "Die Welt" (Dienstagsausgabe) ohne Angabe von Quellen. Auch stehe bei Frankfurter Großbanken ein massiver Stellenabbau bevor, berichtete das Blatt. Demnach sollen bei der Dresdner Bank zusätzlich 1 300 Stellen und damit insgesamt 8 000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch bei der Commerzbank sollen nach Angaben der "Welt" rund 10 % der konzernweit 39 000 Arbeitsplätze gekappt werden.

"Miserable Ertragsaussichten im Bankensektor"

"Die geplanten Kosteneinsparungen sind zwar lobenswert, doch ändern sie nichts an den miserablen Ertragsaussichten im Bankensektor", sagte ein Analyst einer deutschen Bank, der nicht genannt werden wollte. Zwar sei es derzeit "äußerst schwierig", eine treffende Prognose für die Zahlen des vierten Quartals zu geben, doch deute alles auf ein enttäuschendes Ergebnis hin. Er erwarte für das vierte Quartal weitaus geringere Erträge als bisher prognostiziert, sagte der Analyst.

Verantwortlich für die enttäuschenden Aussichten seien die starken Kurseinbrüche an den weltweiten Aktienmärkten. Nicht nur die Kleinanleger, sondern auch die Banken selbst hätten durch ihren Eigenhandel enorme Verluste eingefahren, meinte der Experte. Zwar sei es in Einzelfällen möglich, dass die Verluste durch Renten- und Derivat-Geschäfte leicht reduziert würden, doch unter dem Strick sei mit erheblichen Einbußen zu rechnen.

"Der Stellenabbau geschieht ja nicht freiwillig, sozusagen zur Renditesteigerung", meinte der Analyst. "Es muss abgebaut werden, weil die Situation dies bereits zwingend verlangt", sagte er. "Bevor man Leute entlässt, hätte man sich schon mal Gedanken über die völlig überzogenen Gehälter im Investmentbanking machen müssen. Diese verursachen nämlich enorme Kosten.

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