Aktien-Kurs steigt
Neuer Chef bei Ericsson

Der schwedische defizitäre Telekomausrüster Ericsson hat mit der Ernennung des angesehenen schwedischen Managers Carl-Henric Svanberg zum neuen Chief Executive Officer (CEO) die monatelangen Spekulationen um die Neubesetzung des Amtes beendet. Investoren begrüßten die Ernennung des 50-jährigen. Ericsson-Aktien stiegen zeitweise um rund 16 Prozent auf 6,85 schwedische Kronen.

Reuters STOCKHOLM. Svanberg, der bislang Chef des weltgrößten Schloss-Herstellers Assa Abloy war, werde am 8. April den bisherigen CEO Kurt Hellström ablösen, teilte Ericsson in Stockholm mit. Hellström wird im Dezember 60 Jahre alt und scheidet aus Altersgründen aus dem Amt.

Svanberg gilt als erfolgreicher Kostensenker, wenngleich er ohne Erfahrung in der Telekommunikations-Branche ist. Erst im vergangenen Jahr hat es bei Ericsson - seit neun Quartalen in Folge in den roten Zahlen - mit Michael Trescow als neuen Chairman sowie einigen neuen Board-Mitgliedern Veränderungen an der Führungsspitze gegeben. Trescow ist die treibende Kraft hinter einer Reihe von Umstrukturierungen, um den weltgrößten Mobilfunk-Netwerkhersteller in einem schrumpfenden Markt wieder in die Gewinnzone zu bringen.

Wie Reuters aus Kreisen erfuhr, war Svanberg der einzige Kandidat für die Nachfolge Hellströms. Das Board habe sich für das Amt einen Schweden gewünscht, der sich als Manager eines börsennotierten Unternehmens einen Namen gemacht hat.

Hellström war seit 1999 Präsident und seit 2001 CEO bei Schwedens größtem Unternehmen. In Schweden ist es üblich, mit 60 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Er war zuletzt von den Medien und einigen Investoren heftig für seinen Umgang mit Ericssons Handy-Sparte kritisiert worden. Er habe sich nicht entschieden genug dafür eingesetzt, den Niedergang vom einst drittgrößten Handy-Hersteller der Welt hinter Nokia und Motorola zu verhindern.

Analysten begrüßten das Ende der Unsicherheit über die Besetzung der Führungsspitze und bezeichneten Svanberg als gute Wahl. "Es ist positiv für Ericsson und den Markt, dass dieses Problem gelöst ist", sagte Fondsmanagerin Marianne Nilsson von Robur. Ein anderer Analyste sagte, Svanberg habe den Ruf, hervorragend Kosten zu senken und Akquisitionen zu vollziehen. Einsparungen seien bei Ericsson bitter nötig. Bei Assa Abley habe Svanberg zudem für gutes Klima sowie gute Geschäftszahlen gesorgt.

Ericsson-Aktien lagen bis zum frühen Nachmittag deutlich stärker als der Gesamtmarkt noch fast eine Krone im Plus bei 6,85 Kronen. Die Assa-Abloy-Aktien fielen um rund 16 Prozent auf 74 Kronen.

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