Aktien lagen zeitweile 48 Prozent im Plus
Buzzi Unicem bietet für Dyckerhoff-Vorzüge

Der italienische Konzern Buzzi Unicem hat den Vorzugsaktionären des deutschen Zementherstellers Dyckerhoff ein Umtauschangebot zur Übernahme ihrer Anteile unterbreitet. Eine Fusion mit dem deutschen Konkurrenten plant Buzzi nach eigenen Angaben aber nicht. Die Dyckerhoff-Vorzüge lagen nach Bekanntwerden des Umtauschangebots zeitweise fast 48 Prozent im Plus.

Reuters FRANKFURT. Je Dyckerhoff-Vorzugsaktie sollen die Anteilseigner 2,4 Buzzi-Vorzugsaktien aus einer Kapitalerhöhung erhalten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Für Buzzi Unicem verstärke ein erfolgreiches Angebot den Führungsanspruch bei Dyckerhoff, auch im Hinblick auf eine mögliche Konzernstrategie, und bringe mehr Flexibilität bei der Hebung künftiger Integrations- und Synergiepotenziale, hieß es in einer Mitteilung.

Buzzi hält nach Angaben der Dyckerhoff-Internetseite bereits 49,24 Prozent der Stammaktien an Dyckerhoff und verfügt über eine Kaufoption für weitere Anteile aus dem Besitz der italienischen IMI Investments. Wenn Buzzi diese Option Ende 2004 zieht, verfügt es über 73 Prozent der Stammaktien. Auch ohne die jetzt umworbenenen Vorzüge würde Buzzi schon dann über mehr als zwei Drittel des gesamten Dyckerhoff-Aktienkapitals verfügen.

Die Besitzer von Stammaktien sind auf einer Hauptversammlung stimmberechtigt, die Vorzugsaktionäre hingegen nicht. Dafür werden sie mit im Regelfall mit einer höheren Dividende entschädigt.

Aktie reagiert mit Kurssprung

Die zunächst vom Handel ausgesetzten Dyckerhoff-Vorzugsaktien reagierten mit einem Kurssprung auf die Nachricht und notierten zeitweise fast 48 Prozent höher als zum Vortagesschluss bei 11,85 Euro. Die Stamm-Aktien des Wiesbadener Tradtionsunternehmen notierten knapp zwölf Prozent höher bei 13,40 Euro. Nach Reuters-Berechnungen auf Basis des letzten Buzzi-Kurses vor Bekanntwerden des Angebots bietet das italienische Unternehmen den Dyckerhoff-Aktionären 13,89 Euro je Anteilsschein. Ein Aktienhändler kommentierte die Differenz zum Angebotspreis mit den Worten: "Die Überraschung ist vorbei und der Markt kalkuliert jetzt das Risiko."

"Für die Dyckerhoff-Aktionäre bedeutet das Angebot eine signifikante Prämie auf den gegenwärtigen Aktienkurs, eine höhere Dividende und eine größere Aktienliquidität", hieß es in der Buzzi-Mitteilung. In einer Pressemitteilung von Dyckerhoff hieß es, der Vorstand werde zum Umtauschverhältnis und den weiteren Einzelheiten des Angebots nach Erhalt der Unterlagen eine Stellungnahme abgeben. Bis dahin werde die Gesellschaft das Angebot nicht kommentieren.

Buzzi will nach eigenen Angaben möglichst alle Vorzugsaktien umtauschen. Die Annahmefrist werde in Abstimmung mit den Behörden noch bekannt gegeben. Mit einer Veröffentlichung der Angebotsunterlagen sei Anfang August zu rechnen.

Buzzi plant jedoch keine Fusion mit seinem deutschen Konkurrenten. "Dyckerhoff als eigenständiges Unternehmen wird nicht aufhören zu existieren", sagte Buzzi-Co-Chef Franco Buzzi am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

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