Aktien legen zu
Fusion zwischen Lucent und Alcatel geplatzt

Die beiden Telekomausrüster Alcatel und Lucent Technologies haben am Dienstag ihre Fusionsgespräche beendet. "Alcatel und Lucent haben heute bestätigt, dass zwischen ihnen Gespräche über eine mögliche Fusion der beiden Unternehmen stattfanden.

Reuters LONDON/NEW YORK. Sie haben mitgeteilt, dass diese Gespräche nicht zu einer Einigung führten und abgebrochen wurden", hieß es in einer Presseveröffentlichung von Lucent Technologies nach US-Börsenschluss am späten Dienstagabend. Beide Unternehmen teilten außerdem mit, keine weitere Stellungnahme abzugeben.

Unterdessen verlautete aus verhandlungsnahen Kreisen, die Gespräche seien auf Grund von Differenzen über die Board-Struktur und die Besitzverhältnisse an dem dann neu entstehenden Konzern geplatzt. Die Aktien beider Unternehmen verzeichneten daraufhin nachbörsliche Kursgewinne.

Beide Unternehmen verhandelten nach Angaben aus Branchenkreisen über eine Fusion im Wert von umgerechnet rund 52 Mrd. Mark, die als ein "Zusammenschluss unter Gleichen" charakterisiert werden sollte. Lucent sei dann aber zurückgeschreckt, als sich herausgestellt habe, dass Alcatel die Transaktion eher als Übernahme denn als gleichwertige Partnerschaft betrachtet habe. "Lucent machte deutlich, dass es nicht an einer Übernahme interessiert sei. Lucent stand nicht zum Verkauf - sie wollten eine strategische Partnerschaft", hieß es in den Kreisen.

Alcatel und Lucent haben eine weitgehend identische Produktpalette. Alcatel mit Sitz in Paris hatte im ersten Quartal 2001 bei einem Umsatz von rund sieben Mrd. Euro einen Gewinn von 118 Mill. Euro erwirtschaftet. Seine Prognosen für das Gesamtjahr im Telekom - Geschäft hatte Alcatel aber gesenkt und dabei auf ein ungünstiges Geschäftsumfeld im Zuge eines nachlassenden Wirtschaftswachstums verwiesen. Der Konzern beschäftigt 130.000 Mitarbeiter in 130 Ländern.

Lucent will jede zehnte Stelle streichen

Lucent mit Sitz in Murray Hill im US-Bundessaat New Jersey hatte im abgelaufen Quartal bei einem Umsatz von 5,9 Mrd. Dollar einen Verlust von 3,7 Mrd. $ ausgewiesen, in dem allerdings 2,7 Mrd. $ Restrukturierungskosten enthalten waren. Der Konzern hat unter anderem den Abbau von 10 000 seiner 100 000 Arbeitsplätze angekündigt.

Zunächst hätten Vertreter des US-Konzerns zugestimmt, an dem entstehenden neuen Unternehmen mit 42 % beteiligt zu sein, während die französische Alcatel die Mehrheit der Anteile gehalten hätte, hieß es in den Kreisen weiter. Den Angaben zufolge sollten im Rahmen eines Aktientausches Lucent-Aktionäre 0,2425 Alacatel-Aktien je Lucent-Aktie erhalten. Ein Aufschlag auf den gegenwärtigen Aktienkurs des US-Unternehmens sei aber nicht vorgesehen gewesen. Lucent hätte dann allerdings statt des Aufschlags einen Teil seines Anteilspakets an der Agere Systems nur seinen Aktionären zukommen lassen.

Die Aktien der beiden Telekomunternehmen verzeichneten im Anschluss an die Mitteilung nachbörsliche Kursgewinne. (Siehe: Alcatel-Aktie legt deutlich zu) Auf dem elektronischen Handelssystem Instinet wurden Lucent mit Kursen um die 8,65 $ gehandelt. Im regulären Börsenhandel an der Wall Street war die Aktie noch mit Kursverlusten von 11,49 Prozent bei 8,32 $ aus dem Handel gegangen. Alcatel-Papiere kletterten auf Kurse um die 29,30 $, nachdem die Aktie zuvor noch mit einem Minus von 2,49 % auf 27,41 $ geschlossen hatte.

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