Aktien legen zu
US-Kartellbehörde segnet Fusion von AOL und Time Warner ab

Die US-Kartellbehörde FTC hat am Donnerstag endgültig grünes Licht für die Fusion des Online-Dienstes America Online (AOL) mit der Mediengruppe Time Warner gegeben. Damit entsteht der größte Medienkonzern der Welt.

afp WASHINGTON. Die US-Kartellbehörde FTC hat unter Auflagen endgültig grünes Licht für die Fusion des Online-Dienstes America Online (AOL) mit der Mediengruppe Time Warner gegeben. Mit der am Donnerstag erteilten Zustimmung der Federal Trade Commission entsteht in den USA der größte Medienkonzern der Welt.

Die Fusionspartner verpflichteten sich gegenüber der FTC, ihre Kabelnetze für Internet-Konkurrenten zu öffnen. Erst durch diese Zugeständnisse dürfte Medienberichten zufolge der Segen der Wettbewerbshüter zu dem rund 100 Mrd.$ (221 Mrd. DM) schweren Schritt erreicht worden sein. An der Börse legten die Aktien beider Unternehmen kräftig zu.

AOL - Intraday-Chart

Time Warner - Intraday-Chart

Zum neuen Großkonzern AOL Time Warner zählen außer dem weltgrößten Internet-Anbieter AOL mit 26 Millionen Abonnenten vor allem die US-Fernsehsender CNN, HBO und Turner Broadcasting System, der Musikkonzern Warner Music sowie die Filmstudios der Warner Brothers. Journalistische Keimzelle ist das Nachrichtenmagazin "Time"; erfolgreiche Titel sind auch das Wirtschaftsblatt "Fortune" sowie die Sportzeitschrift "Sports Illustrated". Time Warner bringt in die Verbindung zudem den zweitgrößten US-Kabelnetzbetreiber Warner Cable ein sowie einen Anteil am Internet-Hochgeschwindigkeitszugang Road Runner. Zu AOL gehören noch der Internet-Dienst CompuServe mit 2,5 Millionen Abonnenten sowie das Portal des Software-Herstellers Netscape. Medienkritiker hatten energisch gegen die Ballung von Internet-Zugängen und Medieninhalten protestiert.

Die Europäische Kommission hatte die vor rund elf Monaten angekündigte Fusion von AOL und Time Warner im Oktober unter der Auflage genehmigt, dass AOL "sämtliche bestehenden strukturellen Verbindungen" zum deutschen Medienkonzern Bertelsmann löst. Betroffen waren unter anderem die mit Bertelsmann gemeinsam gehaltenen Unternehmen AOL Europe und AOL Compuserve France. Eine ebenfalls geplante Verschmelzung von Warner Music mit dem britischen Musikkonzern EMI scheiterte am Widerstand der Brüsseler Kommission. Brüssel hatte befürchtet, dass EMI und Warner Music vor allem beim Vertrieb digitaler Musik über das Internet eine marktbeherrschende Stellung einnehmen würden.

AOL mit Sitz in Dulles im US-Bundesstaat Virginia hat bislang rund 15 100 Beschäftigte, Time Warner mit Sitz in New York rund 70,000 Mitarbeiter. Gemessen am Börsenwert war AOL zuletzt rund 113 Mrd. $ wert und Time Warner rund 96 Milliarden Dollar. Am Donnerstag legten beide Aktien um knapp vier Prozent zu; AOL kletterte auf 50,38 $ und Time Warner auf 75,48 $.

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