Aktien New York Eröffnung
Trübe Stimmung an US-Börsen

Der trübe Geschäftsausblick in der Bilanz des US-Telefonanbieters AT&T und der Milliardenverlust des US-Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies haben nach Händlerangaben an der Wall Street Sorgen über die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den USA verstärkt und die Kurse in den Keller getrieben.

Reuters NEW YORK. "Wenn ein Unternehmen wie Lucent seine eigenen bereits gesenkten Prognosen verfehlt, gibt das Anlass zur Sorge", sagte George Rodriguez, Leiter Aktienhandel bei der Investmentfirma Guzman & Co. Der Markt habe außerdem sein Augenmerk auf die Rede von US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats gerichtet, der seine vorsichtige Einschätzung der US-Wirtschaft bekräftigte.

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 18.30 Uhr mit 1,20 Prozent im Minus auf 10 299,11 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index mit 1,04 Prozent schwächer auf 1 967,48 Zählern lag.

"Je mehr sich die Leute bei den Bilanzen auf das kurzfristige Bild konzentrieren, desto mehr verlieren sie die Hoffnung auf eine baldige Erholung", sagte Rick Meckler, Geschäftsführer bei Liberty View. Der AT&T-Konzern hatte mit einem Gewinn je Aktie von vier Cents im zweiten Quartal zwar weniger verdient als im Vorjahresquartal, damit aber die Analysten-Prognosen übertroffen. Im dritten Quartal könnten Umsatzeinbußen zu erwarten sein, teilte AT&T weiter mit. Der Gewinn dürfte nach Schätzungen des Unternehmens zwischen zwei und fünf Cents je Aktie und damit unterhalb den von Analysten erwarteten sechs Cents liegen. Der Dow-Wert gab um 2,24 Prozent auf 19,60 Dollar nach.

Der US-Telekomausrüster Lucent hatte nach eigenen Angaben im dritten Quartal 2000/01 einen Verlust in Milliarden-Höhe verbucht und den weiteren Abbau tausender Arbeitsplätze angekündigt. Die Aktien gaben 16,84 Prozent auf 6,57 Dollar nach. Die Aktien des US-Internethändlers Amazon.com.Inc büßten kräftige 22 Prozent auf 12,54 Dollar ein. Das Unternehmen hatte im zweiten Quartal einen geringeren Verlust als erwartet ausgewiesen, die Märkte aber mit trüben Geschäftsausblicken enttäuscht.

Bei den Blue Chips verloren die Aktien des größten US-Ölkonzerns Exxon Mobil Corp 3,76 Prozent auf 40,90 Dollar. Das Unternehmen hatte zwar über eine Gewinnsteigerung berichtet, diese war allerdings unter den Erwartungen der Analysten geblieben. Die Titel der Nummer zwei im US-Ölgeschäft Chevron Corp gaben trotz eines gestiegenen Gewinns 2,11 Prozent auf 85,79 Dollar ab. Analysten bezweifelten, ob der Konzern den Gewinntrend fortsetzen könne.

Neben den Bilanzen habe der Markt sich auf die Äußerungen von Fed-Chef Greenspan konzentriert, sagten Händler. Im Anschluss an seine Rede hatte Greenspan auf Fragen der Senatoren unter anderem geantwortet, die Geldpolitik der Fed werde sich letztendlich als wirksam erweisen, um die schwache Konjunktur zu stützen. Die Probleme der US-Wirtschaft seien im Inland begründet und nicht international bedingt, fügte Greenspan hinzu. Greenspan sagte außerdem, er sehe eine sehr viel geringere wirtschaftliche Ansteckung im globalen Umfeld durch die Argentinienkrise und die Probleme in der Türkei als etwa während der Asienkrise 1997.

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