Aktien sind out
Anleger suchen Chancen an alternativen Märkten

Nach drei Baissejahren ist die Liebe der Anleger zur Aktie stark abgekühlt. Alternative Investments wie Hedge Funds, Immobilien und Edelmetalle sind gefragt wie nie zuvor.

FRANKFURT/M. Deren Wertentwicklung korreliert nicht oder aber nur gering mit der von Aktien und Anleihen. Solche nicht korrelierenden Anlageformen werden von Investoren zur Neutralisierung des Schwankungsrisikos innerhalb ihres Depots verwendet.

Nach der starken Akzeptanz dieser Anlageklassen kreieren findige Köpfe der Branche bereits die nächste AI-Generation. Währungen gelten dabei als stark vernachlässigte Anlageklasse. "Hedge Funds, die Devisenschwankungen zur Erwirtschaftung hoher Renditen nutzen, sind zukunftsträchtig", sagt Dirk Söhnholz, Geschäftsführer von Feri Alternative Assets. Bisher würden privaten und institutionellen Anlegern kaum Investment-Produkte angeboten, die die Anlagechancen an den Devisenmärkten zu nutzen versuchen, meint Sy Schlüter, Geschäftsführer der CAI Analyse- und Beratungsgesellschaft in Frankfurt. Eine Ausnahme bilden Hedge Funds, die die Strategie "Global Macro" umsetzen und in ihrer global ausgerichteten Anlagestrategie nur wenigen Beschränkungen in puncto Märkte und Anlageformen ausgesetzt sind.

Doch die neue AI-Generation setzt vor allem auf "wahre Werte" wie Rohstoffe und Immobilien und nicht auf virtuelle Werte wie Aktien und Anleihen. "Die Finanzmärkte sind in einer Phase der Securization", sagt Schlüter. Vermögenswerte aller Art würden handelbar gemacht, in Investmentvehikel verpackt und dann an Börsen gelistet. So erfolge etwa ein Risikotransfer aus der Wirtschaft über die Finanzmärkte hin zu den Kapitalanlegern.

Immobilien sind dabei jene Vermögensklasse, in der sowohl Schlüter als auch Söhnholz für die nächste Zeit als erstes die Entwicklung von innovativen Investment-Produkten erwarten. Neue AI-Vehikel dürften künftig auch aus der Liberalisierung traditioneller Staatsmonopole entstehen. Bereits heute haben spekulativ eingestellte Anleger die Möglichkeit, an Energiebörsen auf sinkende oder steigende Strompreise zu setzen. Dies dürfte in Zukunft in Europa auch für den Gasmarkt gelten. In den USA ist der Gasmarkt bereits seit mehreren Monaten durch kräftig gestiegene Preise in den Mittelpunkt des Anlageinteresses gerückt. Der Aufbau organisierter Börsen für den Handel von Telefonminuten ist bereits in der Planungsphase.

"Wir prüfen aktuell die Möglichkeiten zur Schaffung von Produkten in den Bereichen Rohstoffe, Immobilien, Farmland, agrar- und forstwirtschaftliche Nutzflächen, Energiehandel, Wetterderivate, Katastrophen-Bonds und Wasser", sagt Uwe Eberle von der schweizerischen RMF Investment Products. Die Tochtergesellschaft des weltweit größten unabhängigen AI-Anbieters MAN Group Plc gilt in Europa als einer der visionären Vordenker im Bereich alternative Investments. Die meisten dieser noch in den Kinderschuhen steckenden Märkte dürften Anleger vor allem über Private-Equity-Strukturen zugänglich gemacht werden. Schlüter erwartet, dass um diese neuen Märkte herum schon bald neue Strukturen geschaffen werden, die der Institutionalisierung des Wertpapiersektors ähneln. Eberle glaubt, dass die neuen Alternativ-Investments zunächst auf institutionelle Anleger ausgerichtet werden und erst nach erfolgreicher Testphase dann später auch privaten Investoren zugänglich gemacht werden.

Nicht nur "New Alternatives" hätten großes Potenzial, sondern auch altbekannte AI-Vehikel in neuer Verpackung, sagt Dirk Söhnholz. Sein Team arbeitet derzeit daran, für Klienten so genannte ETF (Indexfonds) auf Hedge Funds oder Hedge-Funds-gebundene Lebensversicherungen zu kreieren.

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