Aktien-Talfahrt
Kommentar: Börsen wittern Abschwung

Die Aktienkurse fallen jeden Tag schneller, und gleichzeitig bessern sich die Konjunkturdaten. Übertreiben die Börsen nur kurzfristig nach unten? So einfach ist es leider nicht. Denn noch nie in der langen Börsengeschichte sind die Kurse über mehrere Wochen stark gesunken, ohne dass ein wichtiger Grund dafür vorlag.

Richtig ist, dass sich die positiven Signale aus der Wirtschaft sowohl aus den USA als auch aus Euro-Land zuletzt gemehrt haben. Viele Frühindikatoren wie die Stimmung der Manager bessern sich. Fakt ist auch, dass die meisten Unternehmen die Talsohle als erreicht sehen. Von einem breiten Aufschwung wagt zwar kaum jemand zu sprechen. Aber ein neuer Abschwung ist von der Firmenseite nicht in Sicht.

Und doch ziehen immer mehr Wolken auf, die Börsianer zum Verkauf animieren. Neben vielen bekannten, aber dennoch unkalkulierbaren Risiken wie die ständige Angst vor weltweitem Terror, die stille amerikanische Mobilmachung gegen Irak, die Spannungen in Nahost und zwischen den Atommächten Indien und Pakistan gibt es neue Unsicherheiten. Der unerwartete Einbruch beim Konsumentenvertrauen in den USA schürt die Angst vor einem zweiten Einbruch der Konjunktur. Der bislang konsumfreudige amerikanische Verbraucher war es, der die Wirtschaft nach den Terrorangriffen im September vor einem schweren Einbruch bewahrt hat. Schwindet jetzt auf Grund anhaltender Kriegsgefahr und täglich neuer Gerüchte über Bilanzmanipulationen der Unternehmen die Zuversicht des Verbrauchers, dann kommt es zum zweiten Einbruch der US-Wirtschaft - dem gefürchteten "double dip". Denn der Konsument steuert zwei Drittel zur Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten bei. Ohne ihn wird die Konjunktur nicht in Gang kommen. Da helfen auch keine optimistischen Unternehmensbosse und Gesundbeter aus der Politik.

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