Aktien unter Druck
Freenet verhandelt konkret über eine Kooperation

Der mehrheitlich zur Mobilcom AG gehörende Internet-Dienst Freenet befindet sich in konkreten Verhandlungen mit einem Unternehmen über eine strategische Allianz.

Reuters FRANKFURT. Der mehrheitlich zur Mobilcom AG gehörende Internet-Dienst Freenet befindet sich in konkreten Verhandlungen mit einem Unternehmen über eine strategische Allianz. Dabei handele es sich jedoch nicht um die France Telecom-Tochter Wanadoo, sagte Freenet-Chef Eckhardt Spoerr. Zunächst wolle Freenet an ihrer national orientierten Strategie festhalten. Sollte sich eine Internationalisierung jedoch positiv auf den Shareholder Value auswirken, wolle er sich dem nicht verschließen und sie gemeinsam mit Mobilcom prüfen. Am Morgen hatte Mobilcom-Sprecher Thorsten Kollane geäußert, dass sein Unternehmen mit verschiedenen Firmen über eine Beteiligung an Freenet spreche, darunter auch Wanadoo.

Händlern zufolge haben die Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Freenet an Wanadoo die Aktien des deutschen Online-Dienstes unter Druck gesetzt. Der Titel verlor am Freitag fast sieben Prozent auf 61,25 Euro, erholte sich im Verlauf wieder und notierte gegen 16.00 Uhr MESZ bei 63,65 Euro rund 3,2 % im Minus.

Wie Spoerr weiter sagte, nimmt Freenet an den Gesprächen mit Wanadoo nicht teil. "Die Gespräche befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium, da muss ich nicht mit am Tisch sitzen", hieß es. Die im Rahmen einer Internationalisierung auftretenden Synergien ließen sich auch ohne gesellschaftsrechtliche und kapitalmäßige Verflechtungen realisieren. Er könne sich vorstellen, mit den richtigen Partnern in einem internationalen Verbund Synergien "a la Star Alliance" zu realisieren, sagte Spoerr in Anspielung auf die Kooperation verschiedener Fluggesellschaften unter Beteiligung der Lufthansa.

Zu einem Verkauf von Freenet-Anteilen durch Mobilcom kann es nach Worten Spoerrs derzeit auch nicht ohne Zustimmung von Freenet kommen, da sich die Muttergesellschaft im Vorfeld des Börsengangs ihrer Tochter dazu verpflichtet habe, die Mehrheit bis Ende kommenden Jahres zu halten. Mobilcom ist derzeit mit rund 77 % mehrheitlich an Freenet beteiligt und liegt selber zu 28 % im Besitz der France Telecom.

Der Telekommunikationskonzern Mobilcom hatte bereits im September mitgeteilt, dass die schweizerische Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) mit der Prüfung von strategischen Möglichkeiten einer internationalen Positionierung von Freenet beauftragt worden sei. Zu disem Schritt habe sich Mobilcom entschlossen, weil international ausgerichtete Online-Dienste an der Börse meist höher bewertet würden als nationale Dienste.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%