Aktien von Eurofins und Wapme legen zu
Gute US-Vorgaben lassen Nemax kurz aufatmen

Die Entscheidung des US- Bundesstaates Florida zugunsten George W. Bushs bei der US-Präsidentenwahl sowie positive Signale von der Wall Street haben Händlern zufolge am Montag kräftige Kurssteigerungen am Frankfurter Neuen Markt ausgelöst. Von einer Trendwende könne allerdings nicht gesprochen werden, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Am Nachmittag präsentierte sich der Nemax-All-Share Index 3,8 Prozent höher auf 3 509 Zählern, der Nemax-50-Index 4,03 Prozent höher auf 3 738 Punkten. Eine deutlich positiv einsetzende Nasdaq habe die Wachstumstitel allerdings nicht noch weiter in die Höhe ziehen können, sagten Händler. "Das war heute schon vorweg genommen", sagte Gregor Görtz beim Wertpapierhandelshaus Lang und Schwarz in Düsseldorf.

In New York stieg der Nasdaq-Composite-Index im frühen Geschäft um 2,6 Prozent auf 2 980 Punkten, der Dow Jones-Index 30 führender Industrietitel kletterte um 0,92 Prozent auf 10 565 Zählern.

Händler sagten, die in der Vorwoche begonnene technische Erholung setze sich fort. Von einer Trendwende wollten die Händler allerdings noch nicht sprechen. Ein Frankfurter Broker sprach von einer "politischen Börse". Fundamentaldaten, die diesen Kursaufschwung rechtfertigten, könne er nicht entdecken. Der Markt müsse erst noch beweisen, ob er dauerhaft zulegen könne. Bernd Kulb von der Landesbank Hessen-Thüringen beurteilte den Einfluss der US-Wahlen eher zurückhaltend. Unter dem Strich habe sich an der Situation nichts geändert.

"Wir gehen davon aus, dass es sich an den Börsen langsam wieder beruhigen wird", sagte Görtz weiter. Am Neuen Markt hätten sich vor allem Privatanleger engangiert, sagte er. "Die kaufen die günstigeren Werte und hoffen wohl damit ihr Geld, das sie in den vergangenen Wochen verloren haben, zurückzuholen." Darunter befänden sich Titel wie Wapme und Softmatic.

Die freundliche Tendenz der Technologiewerte im Dax biete dem Neuen Markt zusätzliche Unterstützung, hieß es. Der Dax stieg um 1,15 Prozent auf 6743 Zähler. Unter den Standardwerten gehörten SAP und Infineon zu den Favoriten.

Kursaufschläge bei Wapme und Eurofins sorgen für Gesprächsstoff

Die Entscheidung des Bundesstaates Florida, den Republikaner George W. Bush zum Wahlsieger von Florida zu erklären, lasse die Unsicherheit in den Märkten schwinden, sagten US-Händler. "Es gibt Anzeichen von Erleichterung, dass die endgültige Entscheidung der Wahl näher rückt", sagte ein Händler. Die weitere Entwicklung werde auch weiterhin gespannt beobachtet.

Am Sonntag wurde das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahl in Florida verkündet, wonach Bush als Kandidat der Republikaner die Wahl in dem südlichen Bundesstaat für sich entschieden hat. Er hat damit die für die Wahl zum Präsidenten notwendige Mehrheit der Wahlmännerstimmen auf sich vereinigt. Die Demokraten haben angekündigt, das Resultat juristisch anzufechten.

Thema des Tages im Unternehmenssektor war Händlern zufolge das Bioanalytik-Unternehmen Eurofins. Der Hersteller von BSE-Tests hatte bereits in der vergangenen Woche kräftig zugelegt und seine Aufwärtsbewegung am Montag fortgesetzt. Die Aktie stieg um 21,25 Prozent auf 47,00 Euro. Eurofins profitiere neben der geplanten flächendeckenden Einführung von BSE- Schnelltests und der allgemeinen Kaufstimmung am Markt auch von der Charttechnik, sagte Sven Graue vom Wertpapierhaus Hornblower Fischer. Der Titel hatte am Morgen mit 50,22 Euro ein neues Jahreshoch markiert.

Unter den Schwergewichten zogen Comdirect einige Aufmerksamkeit auf sich. Die Direktbank hatte am Morgen den Einstieg ins Investmentbanking angekündigt. Die Aktie zog um vier Prozent auf 23,89 Euro an. An der Spitze der Gewinner standen mit einem Plus von 51 Prozent auf 8,80 Euro jedoch Wapme, die nach Angaben von Händlern auf Grund spekulativer Käufe in die Höhe schossen.

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