Aktien von Intel und Infineon unter Druck
Anhaltende Flaute am Chipmarkt

Nach verhaltenen Prognosen des weltgrößten Chipherstellers Intel ist am Mittwoch auch der Aktienkurs der Infineon AG stark unter Druck geraten.

Reuters MüNCHEN. Gegen Mittag notierte die Aktie fast acht Prozent im Minus bei 6,90 ?.

Intel hatte am Dienstagabend mitgeteilt, der Umsatz werde im wichtigen Schlussquartal 2002 nur um höchstens sechs Prozent wachsen, deutlich weniger als von Analysten erwartet. Eine Erholung im Bereich Personal Computer (PC) sei nicht abzusehen. "Es gibt keinen Grund, optimistischer zu sein", sagte Intel-Deutschlandchef Jürgen Thiel der Nachrichtenagentur Reuters. Die Investitionen für das laufende Jahr senkte der Hersteller von PC-Mikroprozessoren auf 4,7 Mrd. Dollar, Analysten hatten 5,0 bis 5,2 Mrd. Dollar erwartet.

Auch die Infineon Technologies AG, die mit Speicherchips eine andere Halbleiter-Komponente für PCs herstellt, hält sich wegen der Flaute in der Chipbranche mit Investitionen zurück. Firmenchef Ulrich Schumacher sagte dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe), im laufenden Geschäftsjahr 2002/2003 solle höchstens eine Milliarde Euro investiert werden. Bisher hatte das Unternehmen den Angaben zufolge bis zu 1,5 Mrd. ? an Investitionen geplant.

Vor wenigen Tagen hatte Schumacher bereits gesagt, für das laufende Geschäftsjahr sei mit einem sehr niedrigen Investitionsniveau zu rechnen. Dabei hatte er auch frühere Aussagen zum Geschäftsausblick wiederholt, wonach die nächsten beiden Quartale für Infineon schwierig werden. Es gebe noch keine Anzeichen für eine substanzielle Belebung, sagte er nun dem "Handelsblatt".

Auch Intel wollte sich nicht festlegen, wann die Durststrecke am Halbleitermarkt enden werde. "Das kann keiner sagen", sagte Deutschland-Chef Thiel. Für das dritte Quartal meldete der Chiphersteller aus Santa Clara (US-Bundesstaat Kalifornien) einen Reingewinn von 686 (Vorjahr 106) Mill. Dollar oder zehn (zwei) Cent je Aktie. Ohne Einmalposten habe Gewinn je Aktie elf (zehn) Cent betragen. Analysten hatten den Gewinn je Aktie auf dieser Basis im Durchschnitt mit 13 Cent prognostiziert. Im nachbörslichen Instinet-Handel fiel der Intel-Kurs am Abend auf 14,70 Dollar von 16,52 Dollar.

Die Infineon-Aktie brach am Vormittag an der Frankfurter Börse zeitweise um mehr als zwölf Prozent ein. Händler verwiesen auf die enttäuschenden Zahlen von Intel und die angekündigte Zurückhaltung Infineons bei den Investitionen. "Das sind schlechte Nachrichten, auch wenn sie nur das gegenwärtige Geschäftsumfeld widerspiegeln", sagte ein Marktteilnehmer.

"Außerdem schwebt Intel wie eine dunkle Wolke über dem Sektor", sagte ein anderer Händler. Die Anleger würden sich nun fragen, ob der Kursaufschwung der vergangenen Tage nicht überzogen gewesen sei. In den vergangenen Tagen hatten Infineon-Aktien im Zuge der allgemeinen Börsenerholung rund 50 % an Wert zugelegt.

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