Aktien von Rüstungsunternehmen legten zu
Unsicherheit nach Angriffen belastet Wall Street

Die Unsicherheit über Ausmaß und Dauer der Angriffe auf Ziele in Afghanistan hat die Stimmung an der Wall Street zum Handelsschluss am Montag nach Händlerangaben belastet und die Kurse der Blue Chips gedrückt. Der Dow-Jones-Index schloss 0,57% im Minus mit 9068,01 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index mit 0,04% höher knapp im Plus auf 1605,99 Zählern endete.

Reuters NEW YORK.An der Technologiebörse Nasdaq hätten allerdings die Anleger die niedrigeren Kurse zum Kauf genutzt, sagten Händler. Die beginnende Bilanzsaison sorge außerdem für Unruhe bei den Investoren. Aktien des Unterhaltungssektors gaben deutlich nach, während Rüstungswerte von den Militärschlägen profitieren konnten. "Wir haben den Beginn einer Militäraktion, das hat einige Unsicherheit über den Markt gebracht", sagte Michelle Clayman, Chefinvestment-Officer bei New Amsterdam Partners. Die USA hatten am Montagabend nach eigenen Angaben den zweiten Tag in Folge Ziele in Afghanistan angegriffen.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,57 % im Minus mit 9068,01 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index mit 0,04 % höher knapp im Plus auf 1605,99 Zählern endete. Händler sagten, die Titel des Halbleitersektors und andere Technologiewerte hätten den Markt gestützt. Der breiter gefasste S&P-500-Index beendete die Sitzung 0,83 % schwächer auf 1062,44 Punkten.

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte zuvor in Washington gesagt, die "Kampagne gegen den Terrorismus" werde wahrscheinlich noch Jahre dauern. US-Präsident George W. Bush bezeichnete die ersten Angriffe als erfolgreich. Die USA erwägen eine Ausweitung der Angriffe auf andere Staaten.

"Diese Woche sind wir wie geblendete Hirsche", sagte Don Ross, Chefinvestment-Officer der Investmentfirma National City. "Es gibt viel Unsicherheit und Risiko, und die Kurse fallen deshalb." Andere Experten sahen den Beginn der Militäraktion eher positiv für den Aktienmarkt. "Die Unsicherheit in bezug auf den Militärschlag liegt jetzt hinter uns", sagte auch Ned Riley, Chief Investment Officer bei State Street Global Advisors. Rüstungswerte konnten deutlich zulegen.

Die Titel des Herstellers der bei den Militärattacken eingesetzten Marschflugkörper "Tomahawk", Raytheon , gewannen 3,8% auf 36,30 Dollar. Die Erwartung, dass es verstärkte staatliche Ausgaben im Militärbereich geben werde, habe den Sektor beflügelt, hieß es am Markt. Die Titel des Rüstungskonzerns Lockheed Martin kletterten rund 2,9 % auf 49,11 Dollar. Dagegen gaben die Aktien des Hotelkonzerns Marriott International 3,35 % auf 32,00 Dollar nach. Walt Disney -Aktien verloren 2,55 % auf 18,71 Dollar. Der S&P Entertainment-Index gab rund 4 % ab.

Obwohl die politischen Ereignisse im Zentrum des Geschäfts an der Wall Street gestanden hätten, seien auch einige andere Nachrichten der Unternehmensseite von Interesse für die Marktteilnehmer gewesen, sagten Händler. Die Aktien des Medienkonzerns AOL Time Warner waren der am meisten gehandelte Wert an der New York Stock Exchange (NYSE). Die Titel gaben rund 6 % auf 31,75 Dollar nach. Die Anleger sorgten sich, dass der Konzern gezwungen sein könne, einen Teil seines Anteils an AOL Europe von der Bertelsmann AG weit oberhalb des geschätzten Marktpreises zurückzukaufen, sagten Börsianer. AT&T Wireless will nach eigenen Angaben die restlichen 77 % der TeleCorp PCS Inc übernehmen, die noch nicht im Konzernbesitz sind. AT&T Wireless gaben 3,23 % auf 15,60 Dollar ab, TeleCorp stiegen 34,86 % auf 13,54 Dollar.

Wegen des Bankfeiertages in den USA (Columbus Day) blieben die Umsätze nach Händlerangaben niedrig. An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 976,6 Millionen Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1897 Verlierer 1172 Gewinner und 213 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen nach Umsätzen von 1,41 Milliarden Aktien 1976 Aktien im Minus, 1509 im Plus und 333 unverändert. Die US-Kreditmärkte blieben wegen des Feiertages geschlossen.

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