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Aktien von US-Chipherstellern nachbörslich unter Druck

Die Aktien des weltgrößten Chip-Herstellers Intel und andere Halbleiter-Titel sind im nachbörslichen US-Handel unter Druck geraten, nachdem Intel zuvor einen verhaltenen Ausblick auf die Marktentwicklung gegeben hatte.

Reuters NEW YORK. Intel-Chairman Andrew Grove hatte mitgeteilt, er erwarte keine schnelle Erholung der Halbleiter-Nachfrage auf der Endverbraucherseite. Kursverluste verzeichneten auch die Papiere des weltgrößten Anbieters von Glasfaserkomponenten für die Telekomindustrie, JDS Uniphase , nachdem das Unternehmen seine Geschäftsprognosen erneut gesenkt hatte.

Intel-Chairman Grove sagte auf einer Analystenkonferenz, er er gehe nicht davon, dass sich die Halbleiter-Nachfrage auf der Endverbraucherseite bald wieder erholen werde. Der gegenwärtige Zustand werde noch "einige Zeit" anhalten. Nach dieser Äußerung fielen die Intel-Aktien im nachbörslichen Instinet-Handel auf 30-13/16 $, nach einem Schlusskurs an der Nasdaq von 31-1/2 $. Auch die Papiere anderer Halbleiterhersteller wie KLA Tencor, Rambus oder Xilinx gaben nach.

Nachbörslich ebenfalls Kursverluste verbuchten die Aktien von JDS. Die Papiere wurden im Instinet-Handel mit 26-3/4 notiert, nach einem Nasdaq-Schlusskurs von 28 $. Nach Sitzungsende hatte das Unternehmen bekannt gegeben, wegen der sich abschwächenden US-Konjunktur und der abnehmenden Kundennachfrage für das dritte Quartal ein Pro-forma-Ergebnis je Aktie von nur noch 14 Cent und Umsätze von lediglich 925 Mill. $ zu erwarten. Die vorherige Prognose der Firma lautete auf ein Ergebnis je Aktie von 17 Cents sowie ein Umsatzvolumen von einer Milliarde $.

Mit derselben Begründung wie JDS senkte auch Broadcom, ein Hersteller von Kommunikationschips, nach US-Börsenschluss seine Ergebnis- und Umsatzerwartungen für das laufende erste Quartal. Der revidierten Prognose zufolge rechnet das Unternehmen nun mit einem Pro-forma-Ergebnis je Aktie zwischen acht und neun Cent. Analysten hatten zuletzt im Schnitt mit einem deutlich höheren Wert von 25 Cents gerechnet.

Verhalten zu den Gewinnerwartungen der Analysten äußerte sich auch die Investmentbank Bear Stearns. "Es wird uns schwierig sein, im derzeitigen Umfeld die Erwartungen der Wall Street für das erste Quartal zu erreichen", sagte Finanzchef Sam Molinaro Molinaro am Dienstag in einem Telefon-Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Analysten hatten einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zufolge für das erste Quartal im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 1,38 $ prognostiziert. Die Bank teilte zudem mit, sie streiche etwa 400 Stellen, das entspreche mehr als drei Prozent der Belegschaft. Dadurch sollten die Gewinnmargen erhöht werden. Im nachbörslichen Instinet-Handel fiel der Kurs der Bear Stearns-Aktie auf 51,37 $ von 54,59 $ zu Börsenschluss.

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