Aktien werden wegen Börsenflaute wahrscheinlich günstig zu haben sein
Prada: Luxus gibt es auch für wenig Geld

Prada hat sich in zwei Jahrzehnten von einem kleinen Mailänder Handtaschenhersteller zu einer Luxusgütermarke von Weltrang gemausert. Aber nun müssen Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, das Ehepaar an der Konzernspitze, die Anleger beim Börsengang voraussichtlich mit einem Sonderangebot locken. Ansonsten wird bei der gegenwärtigen Börsenflaute die Nachfrage nach den neuen Prada-Aktien schwach ausfallen.

Bloomberg MAILAND. "Ich werde die Prada-Aktien nicht anfassen, wenn sie nicht preiswert zu haben sind", sagt Nick Shridan, Fondsmanager bei Tilney Investment Management. "Es ist nicht gerade der günstigste Zeitpunkt für ein Börsendebüt."

Mit den Einnahmen aus dem Börsengang wollen Prada und Bertelli die Schulden des Konzerns senken. Durch den Aufkauf von Modeherstellern wie Jil Sander und Helmut Lang hat Prada einen Schuldenberg von einer Milliarde Euro angehäuft. Zudem sollen neue Geschäfte eröffnet und neue Sparten ausgebaut werden.

Angesichts der schwachen europäischen Börsen haben es Debütanten derzeit schwer. Der Aktienkurs von HMV Group ist seit dem Börsengang des britischen Buch- und Musikhändlers am 9. Mai um 12 % abgesackt. Punch Taverns, die zweitgrößte Pubkette in Großbritannien, hat den Ausgabepreis für den Börsenstart am 20. Mai um 23 % gesenkt.

Prada will 35 % der Aktien an die Börse bringen und damit 1,3 Mrd. Euro einspielen, berichtete die Zeitung Il Mondo. Die Analysten sind sich bei dem Marktwert des Luxusgüterkonzerns nicht einig. Die Schätzungen schwanken zwischen 2,5 und 6 Mrd. Euro. Prada hat seine Börsenpläne bereits zweimal verschoben. Im Juni 2005 muss der Konzern aber Anleihen im Volumen von 700 Mio. Euro ablösen.

Bertelli und Prada wollen sich von etwa 24 Prozent eigener Aktien trennen, der Rest werden neue Aktien sein. Die Aktien sollen zwischen 5,5 und 6,5 Euro kosten. Damit käme Prada auf eine Marktkapitalisierung von 3,7 Mrd. Euro. Im Juni letzten Jahres hatten die Analysten für den Luxusgüterkonzern noch einen Marktwert von 8 Mrd. Euro veranschlagt. Wenn ähnliche Bewertungsverhältnis wie bei den größeren Rivalen zugrunde gelegt werden, wäre Prada 3 bis 6 Mrd. Euro wert.

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