Aktienbörsen verlieren - Ölpreis steigt
Weltwirtschaft reagiert umgehend auf Krisen in Nahost

Die Eskalation in Nahost hat der Weltwirtschaft einen Schlag versetzt: Im frühen Handel verlor der Dow-Jones-Index mehr als 300 Punkte, pendelte sich jedoch gegen 17.30 Uhr bei einem Minus von etwa 220 Zählern ein.

ap/vwd NEW YORK/FRANKFURT. Die Eskalation in Nahost hat der Weltwirtschaft am Donnerstag einen Schlag versetzt: Im frühen Handel verlor der Dow-Jones-Index an der Wall Street mehr als 300 Punkte, konnte sich bis gegen 17.30 Uhr jedoch bei einem Minus von etwa 220 Zählern einpendeln. Das weltweit wichtigste Börsenbarometer zog die deutschen Indizes umgehend mit: Sowohl der Deutsche Aktienindex (DAX) als auch der Nemax 50 setzten vorübergehend zum Sinkflug an. Zugleich trieben die Nachrichten aus Israel und Jemen den Ölpreis in die Höhe.

In einem nahezu panischen Handel, wie es ihn zuletzt zu Zeiten des Golfkriegs gab, stiegen die Preise für November-Kontrakte um fast drei Dollar auf rund 37 $ je Barrel und näherten sich damit dem Zehn-Jahres-Hoch von 37,80 $ im vergangenen Monat.



Spekulationen um Ölversorgung

Analyst Tom Blakeslee sagte in New York, die Entwicklung sei weniger darauf zurückführen, dass es nun Spekulationen um die Ölversorgung gebe. Nachdem zum einen ein amerikanisches Kriegsschiff in Jemen gerammt wurde und zum anderen Israel die Stadt Ramallah im Westjordanland bombardiert hatte, gebe es vielmehr Ängste, dass der Öltransport verzögert oder sogar unterbrochen werde könnte.

Hendrik Garz von der WestLB sagte, solche Nachrichten wie die aus Nahost träfen auf eine ohnehin schon sehr nervöse Stimmung an den Märkten. Die Reaktionen fielen daher ungleich stärker aus als bei guter Stimmung. Der Markt neige derzeit zu Übertreibungen. Jede schlechte Nachricht werde entsprechend aufgenommen.

Weitere Kurseinbrüche seien daher durchaus vorstellbar. Während es im Frühjahr eine überbordende Euphorie gegeben habe, habe sich die Stimmung jetzt in das Gegenteil verkehrt. Da die fundamentalen Daten weiterhin gut seien, dürfte sich der Trend aber wieder umkehren. Das Wachstum sei robust. Bis zum Jahresende sollte der DAX 7 800 Punkte erreichen.



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