Aktienfonds für japanische Nebenwerte
Swissca setzt auf Reiselust der Heiratswilligen

Auch am japanischen Aktienmarkt fällt das Geld verdienen schwer. Die Spezialisten für kleine Werte erhoffen sich Impulse aus der Konsumbranche. Sie konzentrieren sich auch bei der Aktienauswahl auf diesen Sektor. In diese Rubrik gehören etwa Lebensmittelproduzenten und Schnellimbissketten.

HB/vwd FRANKFURT/M. Erst sollte der Export es richten, jetzt belastet die anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Yen die Hoffnungen für die japanische Wirtschaft. Deshalb fuhren über die zwölf Monate per Ende Juni fast alle Aktienfonds für japanische Nebenwerte zweistellige Verluste ein. Allein der Swissca Lux Fund Small and Mid Caps Japan von der Fondsgesellschaft der schweizerischen Kantonalbanken Swissca schaffte es, das Minus mit 9,09 % einstellig zu halten. Das sichert ihm den ersten Platz in der Konkurrenz.

Matthew Kubo, Mitglied des Fondsmanagements in Tokio, konzentriert sich auf die Konsumgüter-Branche; von exportgetriebenen Sektoren hält sich das Management des Swissca-Depots fern. Kubo begründet dies auch mit dem zu erwartenden Kaufverhalten zumindest eines Teils der japanischen Bevölkerung: "Die Nachfrage durch die Besserverdienenden wird steigen." Auch die Rentner wollten sich ihren Ruhestand verschönern.

Kurzfristig setze das Management daher auf Aktien, die mit der Binnennachfrage in Verbindung stünden. Konsumgütertitel machten über die Hälfte des Anlagevermögens aus. Ein Beispiel sei der Fujicco-Konzern mit knapp 3 % Fondsquote: "Der Lebensmittelproduzent konzentriert sich auf Produkte mit Sojabohnen. Die Japaner werden gesundheitsbewußter und machen die Produkte besser absetzbar."

Die größte Einzelposition im Fonds sei jedoch Watabe Wedding mit fast 4 % Anteil. Das Unternehmen biete Hochzeitsdienstleistungen an, wie beispielsweise das Vermieten und Verkaufen von Kleidern für Hochzeitszeremonien und Dienstleistungen für Hochzeiten in Übersee. "Wir haben in die Firma investiert, als der Aktienkurs fiel. Die Anleger nahmen damals an, dass die Terroranschläge in den USA im vergangenen Jahr viele japanische Paare entmutigen würden, ihre Hochzeit in Übersee zu feiern. Das galt aber nur zeitweise", argumentiert Kubo.

Erholung abgeschwächt

Auch der Manager des Goldman Sachs Japan Small Cap Portfolio, Shogo Maeda, geht davon aus, dass sich das Szenario einer exportgetriebenen Erholung abgeschwächt hat. Ähnliches gilt auch für die Wertentwicklung des Fonds, der einen Abschlag von 17,89% hinnehmen musste. Das reichte angesichts der Performance der Konkurrenz zu einem dritten Rang.

Das Portfolio bleibt laut Maeda im Konsumgüterbereich übergewichtet. In diese Rubrik gehörten Titel wie Nippon Kanzai, ein Dienstleistungsanbieter im Immobilienbereich, die Schnellimbisskette Plenus und der Konzern USS, der einen Marktanteil von 20 % bei Gebrauchtwagenauktionen habe.

Zu den Favoriten zählten auch Nippon Kanzai mit über 3 % Fondsanteil. "Nach dem Bauboom der späten 80er Jahre ist das Bewusstsein für geringere laufende Kosten bei den Immobilienbesitzern gestiegen. Nippon Kanzai bietet ein kosteneffizientes Programm zur Unterstützung der Immobilienverwaltung an, und hat sich in einer dominanten Position am Markt etabliert", erläutert der Goldman-Manager.

Zudem sei der Fonds stark in Technologietiteln investiert. Ein Beispiel sei Citizen Electronics mit knapp 3 % Fondsquote. Es handele sich um einen führenden Hersteller von Chip-LED-Anzeigen, die für Hintergrundlicht wie beispielsweise für ein Monitordisplay benutzt würden.

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