Aktienfonds für japanische Standardwerte
GAM-Manager hofft auf Stahlbranche

Der GAM Star Tokyo Fund setzt auf Immobilien, Einzelhandel und Stahl. Das Portfolio des DVG-Fonds Japan orientiert sich hingegen ausschließlich am Nikkei 300.

HB/vwd/FRANKFURT/M. Positive Exportdaten und höhere Konsumausgaben verschafften dem japanischen Markt eine Verschnaufpause. Doch Analysten zweifeln, ob dies schon die Wende ist. Die Rahmenbedingungen für in Japan anlegenden Aktienfonds bleiben schwierig. Viele Fondsmanager schafften es in den vergangenen Monaten lediglich, die Verluste zu begrenzen. So weist der GAM Star Tokyo Fund über die letzten zwölf Monate per Ende Juni einen Verlust von 19,91 % aus. Das Portfolio der UBS-Tochter liegt damit auf Rang vier unter 114 Aktienfonds für japanische Standardwerte.

Manager Michael Bunker räumt ein, dass das Anlegervertrauen insgesamt - vor allem auf Grund der nicht nachlassenden Meldungen über Bilanzskandale in den USA - beschädigt sei. Hinsichtlich der Binnennachfrage in Japan sei er aber inzwischen optimistischer, dies insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten wirtschaftlichen Statistiken: "Die Zahlen der Industrieproduktion vor allem in den Bereichen elektronische Ausrüstung und Maschinenbau sind überdurchschnittlich, und die Konsumausgaben zeigen ebenfalls nach oben." Daher habe er die Engagements in der Immobilienbranche und im Einzelhandel erhöht.

Aber auch im Stahlsektor ist der GAM-Experte zuversichtlich: "Bislang gab es fünf große Stahlunternehmen in Japan, nach der jüngsten Konsolidierung in der Industrie sind nur noch zwei von diesen Firmen übrig geblieben. Diese Unternehmen haben ihre Kapazitäten um ungefähr ein Viertel heruntergefahren, was bislang einmalig ist", sagt der Investmentmanager. Die Konzerne machten klar Schiff, indem Schulden bezahlt und Restrukturierungsmaßnahmen unternommen würden. Der Stahlpreis, der in den USA und Europa bereits gestiegen sei, spiele ebenfalls eine wichtige Rolle. "Es sieht nach einem guten Sommer für diese Unternehmen aus, das erste Mal seit zwölf Jahren", resümiert Bunker. Daher setzt der GAM-Mann auf den Stahlproduzenten Mitsubishi Heavy Industries, der mit über 2 % Depotanteil im Fonds vertreten sei. Der Konzern habe eine breite Produktpalette, von Stahlkonstrukten für Schiffsbauten über Gasturbinen bis hin zu Klimaanlagen.

Ein weiterer Neuzugang im Portfolio sei Sharp. Der Wert der Aktie habe unter den jüngsten Marktverkäufen etwas gelitten. "Wir sind aber zuversichtlich, dass die Röhrenmonitore, die weltweit in allen Büros stehen, mit der Zeit durch Flachbildschirme ersetzt werden. Und Sharp hat den zweitgrößten Marktanteil an Flachbildschirmen weltweit, das sollte direkt zur positiven Entwicklung des Unternehmens beitragen". Die größte Einzelposition im Depot mit 3 % ist das Unternehmen Jafco, ein Venture-Capital-Unternehmen. Gegenüber dem Bankensektor bleibe er aber skeptisch.

DVG-Fonds setzt auf NTT Docomo

Das Portfolio des DVG-Fonds Japan orientiert sich - im Gegensatz zum GAM-Ansatz - ausschließlich am Nikkei 300. Der Fonds der DWS-Tochter musste ein Minus von 23,79 % hinnehmen und rangiert damit auf Rang neun. Laut Manager Martin Schneider wird das Produkt in erster Linie von Dachfondsmanagern und den Vermögensverwaltern der Deutschen Bank genutzt, um Investitionen in Japan abzudecken. Daher sei das Depot meist voll investiert. Die Branchengewichte würden sich ebenso wie die Einzelwertquoten aus der Indexzusammensetzung ergeben. Der größte Einzelwert sei der Mobilfunkanbieter NTT Docomo mit über 5 % Anteil, gefolgt von Toyota mit ähnlicher Quote. Sony und Honda Motor kämen mit jeweils rund 3 % auf die folgenden Ränge.

Ebenso wie sein GAM-Kollege fürchtet Schneider die negativen Einflüsse aus den USA, insbesondere auf die exportorientierten Firmen in Japan. Die Verunsicherung im Inland trage ebenfalls zum Fortdauern der Krise bei: "Die grundsätzlichen Probleme der japanischen Wirtschaft - Stichwort Bankensystem - bleiben ungelöst. Und auch die von den Firmen prognostizierten deutlichen Gewinnsteigerungen für das laufende Jahr sind mit einem Fragezeichen zu versehen."

Quelle: Handelsblatt

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