Aktienfonds
Klassik siegt

Unter Anlegern hat sich in den vergangenen fünf Jahren ein gefährlicher Lernprozess eingestellt: Je größer die eingegangenen Risiken, desto größer war auch der Ertrag. Das gilt für Aktien wie für Anleihen gleichermaßen. Die Gewinne geben den Investoren Recht. Doch nur auf den ersten Blick.

Selbst für Laien erschließt sich anhand einfacher Beispiele, dass die Risikowahrnehmung an den Kapitalmärkten leicht aus den Fugen geraten ist. Eine 2009 fällige und von Ratingagenturen als hochspekulativer Ramsch klassifizierte Anleihe der Reggae-Republik Jamaika bringt derzeit gerade ein Prozent mehr Rendite pro Jahr als eine sichere Bundesanleihe gleicher Laufzeit. Mit einem China-Aktienfonds waren 2006 rund 50 Prozent Kursplus möglich. Den gleichen Ertrag erzielte in vier Wochen, wer zum Jahresbeginn auf Vietnam setzte. Kein Wunder, dass im Markt von Fonds und Zertifikaten eine Materialschlacht tobt, wer noch exotischere Investments anbieten kann und am schnellsten auf Trendthemen reagiert.

Langfristig – das zeigt die Analyse der Standard & Poor's Fund Awards, deren Auswertung der New Investor in diesem Heft exklusiv publiziert – sieht die Rechnung anders aus. Über die Distanz von zehn Jahren haben nicht die Exoten, sondern klassische Aktienfonds mit bekannten Namen die höchsten Zuwächse erzielt. Und betrachtet man die durchschnittlichen Erträge, hatten auch nicht Schwellenländer, sondern Länderfonds für die vermeintlich biederen Anlageregionen Schweiz und Großbritannien die Nase vorn.

Können sich Investoren also die komplizierten Überlegungen sparen? Mitnichten, denn angesichts der rapide gestiegenen Zahl der Anlagevehikel wie Fonds, Zertifikate, Indexprodukte ist mehr denn je eine pragmatische Herangehensweise gefragt. Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Trend oder welche Anlageregion in den kommenden Jahren die höchsten Renditen liefert. Sie lautet vielmehr: Welches Produkt ist für meinen Anlagebedarf oder für meine Investmentidee das beste - und das unabhängig davon, ob es sich um einen aktiven Fonds, ein Indexprodukt oder ein Zertifikat handelt.

Bei der Beantwortung dieser Frage will Ihnen der New Investor helfen. Und wir greifen dazu auf die Kompetenz unserer Trägermedien Handelsblatt und WirtschaftsWoche zurück. Mit dem aktuellen Heft präsentiert sich der New Investor überdies in einer modernen und auch klareren Optik. Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Heft und unseren Themen? Dann schreiben Sie uns, wir antworten: new-investor@vhb.de.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor
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