Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Osteuropa
EU-Annäherung bringt Aktienkurse auf Trab

Die osteuropäischen Börsen zeigen sich derzeit von ihrer freundlichen Seite - das Ergebnis sind zweistellige Zuwachsraten für die Top Ten der in dieser Region investierenden Fonds.

HB/vwd FRANKFURT/M. Das gilt auch für einen der größten Osteuropa-Fonds, den Raiffeisen-Osteuropa-Aktien. Er verbuchte per Ende August einen Wertgewinn von 27,69% in den vergangenen zwölf Monaten. Diese Performance brachte dem Produkt der österreichischen Investmentgesellschaft Rang sechs unter 56 Fonds, die in diesem Anlagespektrum miteinander konkurrieren.

Raiffeisen-Fondsmanagerin Angelika Millendorfer sieht damit die Gesamtentwicklung Osteuropas gegenüber den etablierten Börsen bestätigt. In ihrer Strategie spielen momentan vor allem Positionen in Russland, Ungarn, Slowenien und Kroatien eine herausragende Rolle. "Wie die Beispiele Portugal und Griechenland zeigen, sollten die östlichen EU-Beitrittskandidaten bereits im Vorfeld ein im Vergleich mit den etablierten Westmärkten deutlich höheres Potenzial aufweisen.

Auch der russische Markt zieht wegen der anhaltenden Neubewertung wieder stärker das Interesse internationaler Investoren auf sich", meint Millendorfer. Allerdings gewichtet die Fondsmanagerin nicht alle Beitrittsbewerber gleich. Ungarn liefere stabile Wirtschaftsdaten und zähle zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Die EU-Beitrittsländer Polen, Tschechien

und Ungarn machten derzeit gemeinsam 38% des Portfolios aus. Mehr als 40% des Fondsvermögens seien in Russland angelegt.

Auf Branchenebene bevorzugt Millendorfer nach eigenen Angaben Gesundheits- und Energietitel. "Der für Russland wichtige Ölsektor profitiert vor allem durch seine hohen Ölreserven, eine wachstumsorientierte Politik und natürlich vom höheren Ölpreis", argumentiert die Managerin. Mit über 8% Depot-Anteil ist der ungarische Öl- und Gasversorger MOL nach wie vor der Spitzentitel im Portfolio. Nach Angaben von Millendorfer wurde der Wert vor allem auf Grund der in Angriff genommenen Restrukturierung des Unternehmens und der sich abzeichnenden Lösung in der defizitären Gassparte stark aufgestockt.

Ebenfalls unter den Top-Einzelpositionen im Depot befindet sich der russische Mobilfunkbetreiber MTS und die ungarische Bankaktie OTP. "MTS sollte von den Expansionsplänen und dem Wachstumspotenzial des Unternehmens profitieren", glaubt Millendorfer. Die ungarische OTP Bank profitiere von der EU-Annäherung des Landes und von einer ausgezeichneten Ertragslage.

WestAM: Von Privatisierung profitieren

Auch der WestAM Compass European Convergence Fund setzt nach Angaben des Managements auf Länder, die in Beitrittsverhandlungen mit der EU stehen. Damit erzielte das Portfolio über die vergangenen zwölf Monate ein Plus von 24,93% - eine Performance, die angesichts der starken Konkurrenz nur zu einem achten Platz reichte. Fondsmanager Waj Hashmi hofft nach eigenen Angaben weiterhin, von Kursänderungen in der Wirtschaftspolitik, in der Marktliberalisierung und einer beschleunigten Privatisierung zu profitieren.

Auch Hashmi verfolgt die Strategie, die Länder Tschechien und Ungarn überzugewichten. "Zu Lasten von Polen. Dort sind wir auf Grund der schwachen Konjunktur und der schlechten Unternehmenszahlen derzeit neutral positioniert." Allerdings setzt der Fondsmanager der WestLB nach eigenen Angaben unverändert auf osteuropäische Bankwerte. "Viele dieser Länder erwarten ein starkes Wachstum; außerdem ist mit fallenden Zinsen zu rechnen. Das sollte vor allem im Handel- und Kreditbereich positive Auswirkungen zeigen."

Hashmi führt noch ein weiteres Argument ins Feld: Viele der ins Depot genommenen Titel in diesem Bereich hätten westeuropäische Banken als strategische Anteilseigner. Folge: Die Effizienz steige und die Kosten würden gering gehalten. Die größten Einzelpositionen im Fonds seien derzeit die Komercni Banka der Tschechischen Republik mit fast 9% Fondsquote sowie die ungarische Bank OTP mit über 8%.

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