Aktienfonds mit Branchenschwerpunkt Telekommunikation und Medien
Fondsmanager favorisieren Disney

Auf die dramatischen Kursverluste bei Telekomaktien haben die Manager von Telemedienfonds mit Investments im defensiveren Mediensegment reagiert. Manche von ihnen suchen ihr Heil in einer hohen Barquote. Dennoch gab es im vergangenen Jahr keinen Fonds, der weniger als ein Viertel seines Werts verlor.

HB FRANKFURT/M. Beim Activest Lux Tele Global sind die Bereiche Technologie und Telekom deutlich untergewichtet. Dies sagt Thomas Kruse vom Managementteam des Fonds aus dem Hause der Investmentgesellschaft Activest. Die Strategie hat mäßigen Erfolg: In der Zwölfmonatsbilanz per Ende Mai fielen die Verluste mit-33,93 % überaus deutlich aus. Im Branchenvergleich schlug sich das Produkt der Hypo-Vereinsbanktochter indes wacker und belegte Platz vier der 42 in Telemedien investierenden Fonds. In der Spitze fielen in dieser Anlagekategorie sogar Kursverluste von über 66 % an.

Das Activest-Team habe zugleich die Cash-Quote auf bis zu 18 % hochgefahren, sagt Kruse und erklärt damit die relativ geringen Kursverluste von 2,74 % im Mai. Im Medien- und Entertainmentsegment favorisiere er die Aktien von Walt Disney, die mit 2,5 % des Fondsvermögens gewichtet sind, und die britische Aegis Group. Mit einem Umsatz von 35 % aus dem Marktforschungsbereich habe sich dieser Wert deutlich besser entwickelt als Unternehmen aus dem Bereich Werbung. Kurspotenzial sehe er auch auf Grund der bestehenden Übernahmephantasie. Unter den Top-Werten des Fonds sind auch die Aktien des niederländischen Chip- und Unterhaltungselekronik-Herstellers Philips, die 3,2 % des Fondsvermögens ausmachen. Für die Niederländer spreche die voranschreitende Restrukturierung und die gute Position im Halbleiterbereich für Konsumelektronik, sagt Kruse.

Eine Performance von-34,53 % in den vergangenen 12 Monaten reicht dem M & G Global Media and Communications Fund A für Platz fünf der Tabelle. Zuletzt habe man Engagements in defensiven Bereichen, wie beispielsweise beim Verlag John Wiley, zu Gunsten von solchen Medientiteln reduziert, die vom Wirtschaftsaufschwung profitieren dürften, sagt John Hatherly, Head of Global Analysis bei der Tochter des Versicherungskonzerns Prudential. Als Beispiel nennt er den Medienkonzern News Corp. Allerdings sei die verstärkte Ausrichtung auf zyklische Werte möglicherweise etwas zu früh geschehen, räumt Hatherly mit Blick auf die relativ hohen Mai-Verluste von knapp 6 % ein.

Derzeit konzentriere sich Fondsmanager Aled Smith auf Aktien solcher Unternehmen, die Inhalte produzieren und übermitteln. So sei zuletzt die AOL-Position kräftig aufgestockt worden. Inzwischen ist die Top-Aktie im Portfolio mit 5,7 % gewichtet. Auch wenn die Internet- und Mediensektoren derzeit nicht in Mode seien und im Zuge der Übernahme von Time Warner "zu viel Kapital vernichtet wurde", glaube er an die Zukunft des Geschäftsmodells. Zudem sei die Aktie nach dem Kursrutsch günstig.

Zu den weiteren Favoriten des M & G-Managements zählen Sony (3,0 Prozent) und der US-Verlag Mc Graw Hill. Aus dem Bereich Datenübertragung favorisiert Hatherly nordamerikanische Festnetzbetreiber und - in zweiter Linie - US-Mobilfunkunternehmen. "Europäische Telekomunternehmen sind viel zu hoch verschuldet, weshalb wir keine Aktien von Vodafone, Orange, France Telecom oder Deutsche Telekom besitzen", sagt der Experte. Für die Nordamerikaner spreche die günstigere Bewertung. Mit 5,4 % sind die Titel von AT & T Canada die zweithöchste Position im M & G-Fonds. Das Festnetzgeschäft in Kanada sei weniger hart umkämpft als in Europa und den USA. Mit 4,3 % sind auch die Aktien von AT & T Wireless hoch gewichtet.

Quelle: Handelsblatt

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