Aktiengeschäft in der Kritik
Aufsichtsrat von Mobilcom berät über Zukunft der Telefonfirma

Der Aufsichtsrat der Mobilcom AG ist nach Unternehmensangaben am Freitag an einem geheim gehaltenen Ort zusammengekommen, um über die weitere Zukunft des Telekom-Anbieters zu beraten.

Reuters BÜDELSDORF. Unternehmenssprecher Matthias Quaritsch sagte in Büdelsdorf, das Gremium sei am Vormittag zusammengetreten. Über die Agenda machte er keine Angaben. Es wurde erwartet, dass Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid die anderen Anteilseigner auf der Sitzung darüber informiert, wann er ein von der Hauptversammlung kritisiertes Aktiengeschäft mit seiner Ehefrau rückgängig macht. Die Frist dazu war am Donnerstag abgelaufen. Schmid hatte zuvor gesagt, er habe das Geschäft noch nicht rückabgewickelt. Seine Frau habe Mobilcom ein Angebot gemacht.

Damit ist völlig offen, ob es bei dem Treffen zu einer Einigung zwischen dem zweitgrößten Mobilcom-Aktionär France Telecom und Schmid kommt. Schmid hatte erklärt, er sehe keinen Grund zurückzutreten. Wenn France Telecom ihn loswerden wolle, müsse der französische Staatskonzern ein faires Angebot machen. "Solange ich Vorstandschef bin, werde ich dafür kämpfen, dass France Telecom die vertraglich vereinbarten Zusagen erfüllt", zitierte die Zeitung Schmid weiter.

Am Donnerstag war eine Frist abgelaufen, bis zu der Schmid 68,4 Millionen Euro an Mobilcom zurück überweisen sollte. Schmid hatte die Summe ohne Kenntnis seines Vorstandskollegen, Finanzchef Thorsten Grenz, an eine von seiner Frau beherrschte Gesellschaft überwiesen. Das Geld war als Prämie dafür gedacht, das Sybille Schmid-Sindram 3,6 Millionen Aktien aus ihrem Besitz für ein Aktienoptionsprogramm zur Ankurbelung des Mobilcom-Vertriebs bereitstellte.

Die mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligte France Telecom sucht seit Wochen nach einem Weg, um Schmids Anteile an der von ihm gegründeten Firma zu übernehmen, ohne dass dabei deren hohe Schulden die eigene Bilanz belasten. Von 6,1 Milliarden Euro Schulden bei Mobilcom stehen Ende Juli fällige Verbindlichkeiten von rund 4,7 Milliarden Euro zur Umschuldung an.

Schmid hatte dem französischen Konzern im März nach einem über mehrere Wochen öffentlich geführten Streit über die künftigen Investitionen in die vor der Markteinführung stehende Mobilfunktechnik UMTS angeboten, ihn für 22 Euro je Aktie aus dem von ihm gegründeten Unternehmen auszukaufen. Dann werde er sich aus dem Unternehmen zurückziehen.

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