Aktienhandel in New York eingestellt
Detroit: Milliardenklage gegen Daimler-Chrysler

Der Milliardär und Investor Kirk Kerkorian hat den deutsch-amerikanischen Autobauer Daimler-Chrysler auf neun Mrd. $ wegen Irreführung von Aktionären bei der Fusion der beiden Automobilhersteller 1998 verklagt.

Reuters/vwd/ap/dpa NEW YORK/DETROIT. In einer am Montag dem US-Bezirksgericht in Delaware eingereichten Klage, wirft Kerkorian Daimler-Chrysler vor, "durch Irreführung die Zustimmung der Chrysler-Aktionäre zur Fusion erlangt zu haben". Durch die Vorstellung der Fusion als "Zusammenschluss unter Gleichen" habe Daimler-Chrysler "wissentlich" Aktionäre sowie andere Parteien getäuscht, heißt es in der Klage.

"Um eine der größten Transaktionen der Automobilgeschichte zu besiegeln, haben die Angeklagten Daimler-Benz und DaimlerChrysler offenkundig alle Beteiligten belogen, und zwar nach einem vom Angeklagten Schrempp entworfenen Plan", zitiert die Zeitung "The Detroit News" aus der Klageschrift. Schrempp habe in der "Financial Times" kürzlich selbst erklärt, dass er nie die Absicht gehabt habe, eine Fusion von Gleichberechtigten zu vollziehen.

Auch Schrempp, Gentz und Hopper angeklagt

"Die Angeklagten haben immer die Absicht gehabt, Chrysler auf den Status einer Konzernabteilung herabzustufen, Chryslers Management zu feuern und sie mit Direktoren aus der Zentrale in Stuttgart zu ersetzen," hieß es weiter. Kerkorian will zwei Mrd. $ Schadenersatz, davon eine Mrd. $ für den Wertverlust der Aktien, und mindestens sechs Mrd. $ Strafe erwirken. Tracinda will auch die Fusion rückgängig machen, "damit Chrysler wieder eine unabhängige Firma im Besitz von Chrysler-Aktionären wird".

Neben Daimler-Benz, Daimler-Chrysler und Schrempp werden auch Finanzchef Manfred Gentz und Aufsichtsratsvorsitzender Hilmar Kopper als Beklagte aufgeführt, berichtete die "News" weiter. Vor der Fusion lag Kerkorian oft mit der Chrysler-Führung im Streit. Vor der Fusion bot er vor fünf Jahren 23 Milliarden Dollar, um die Autofirma zu kaufen. Seit der Fusion sind die DaimlerChrysler-Aktien stetig gesunken. Der Tiefstand von 37,90 Dollar wurde erreicht, nachdem am 17. November Chrysler-Präsident James Holden abgelöst und durch Dieter Zetsche ersetzt wurde.

Kerkorian hielt über seine Holding Tracinda Corp, Las Vegas, 13,75 Prozent der Chrysler-Aktien. Er ist heute der drittgrößte Aktionär DaimlerChryslers. An der New Yorker Börse wurde der Handel mit Chrysler nach Bekanntgabe der Klage am Nachmittag eingestellt. Der Titel notierte zuletzt auf 41,50 Dollar (+ 1,27 Dollar).

Porträt: Kirk Kerkorian verliert nicht gerne

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