Aktienindizes für Deutschland und Europa zeigen sehr unterschiedliche Gewinner mit sehr verschiedenen Aussichten
Von Software bis zu Turnschuhen

Die Stars der deutschen und europäischen Aktienmärkte sind bunt gemischt. Ebenso unterschiedlich sind ihre Aussichten.

fw/nac DÜSSELDORF. SAP im Dax und die Beratungstochter SAP SI im Nemax 50 sorgten 2001 für Furore. Die Arbeitsaufteilung passt: SAP entwickelt die Software, und SAP SI hilft den Unternehmen bei der Anwendung. Zumindest bei SAP deutet sich an, dass sich der Kursaufschwung 2002 weiter fortsetzen könnte: Das im Oktober nach unten korrigierte Umsatzziel (plus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr) ist nach vorläufigen Konzernberechnungen 2001 um einen Prozentpunkt übertroffen worden, die Gewinnmarge soll in etwa der vom Vorjahr entsprechen (20 Prozent). Analysten hoffen, dass der positive Trend 2002 anhält und Kunden verschobene Aufträge in diesem Jahr freigeben. ABN Amro stufte SAP von "Halten" auf "Addieren" und erhöhte das Kursziel von 160 auf 180 Euro. Bei SAP SI sind viele Experten zurückhaltender. Das Unternehmen gilt als gut positioniert, aber hoch bewertet. Auf Basis der erwarteten Zahlen von 2002 notieren die Dresdner mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 88. Zum Vergleich: Konkurrent AC Service bringt es nur auf 14.

Spitzenreiter im Dax und im MDax sind zwei alte Konkurrenten: Adidas-Salomon und Puma. Dabei ist Adidas der Umsatzriese (4,7 Mrd. Euro in neun Monaten bis Ende September 2001) mit schwächerer Gewinndynamik (plus vier Prozent auf 184 Mill. Euro). Dafür zeigt Puma mit nur 197 Mill. Euro Umsatz einen Sprung des Konzerngewinns von 4,5 auf 17,5 Mill. DM. Analysten bevorzugen den kleinen Wert. Puma hat erfolgreich eine Strategie gestartet, seine Marke auch im Modebereich einzusetzen - Adidas zieht nach. Michael Winkler von WestLB Panmure betont, die Marke Puma laufe sehr gut: "Die Story kann weitergehen." Bei Adidas erwartet er 2002 ebenfalls mehr Umsatz, aber nicht viel mehr Gewinn. Tousette Edwards vom Bankhaus Metzler sagt, der Handel habe die Strategie von Puma akzeptiert, bei Adidas sei sie sich da weniger sicher. Marcus Reck von der Hypo-Vereinsbank urteilt vorsichtig: Beide Werte hätten bald ihr Kurspotenzial ausgereizt, wenn nicht neue Impulse hinzukämen. Aber auch bei ihm ist Puma mit "Kaufen" besser eingestuft als der große Konkurrent mit "outperform".

Weit nach vorne gefahren sind auch zwei deutsche Autokonzerne, die Konkurrenten Daimler-Chrysler und BMW. Dabei zeigen die jüngsten Absatzzahlen aus den USA: BMW hat dort im Jahr 2001 um 12,5 Prozent zugelegt, Chrysler dagegen 9,9 Prozent eingebüßt. Die Bayern konzentrieren sich stärker als die Stuttgarter auf das Luxussegment - und das gilt als krisenfester. Generell schätzen die Experten Autoaktien eher zurückhaltend ein.

Ein Blick auf den Stoxx 50, den Aktienindex der europäischen Standardwerte, zeigt vor allem Finanztitel als Gewinner. An der Spitze steht Barclays, auf Platz drei BNP Paribas, und dann folgen mit Royal Bank of Scotland und Lloyds TSB wieder zwei britische Banken. Mark Thomas von Fox-Pitt, Kelton glaubt aber, dass 2002 britische Banken nach ihrem kleinen Sprint gegenüber anderen europäischen Konkurrenten wieder zurückfallen werden. Unter den Briten bevorzugt er vor allem wegen der guten Kostenstruktur Lloyds TSB. Richard Coleman von ABN Amro empfiehlt hingegen Barclays. Im Vergleich zur Royal Bank sei das Kreditportfolio besser, gegenüber Lloyds, einem sehr auf den britischen Markt konzentrierten Haus, schätzt er den breiteren regionalen Ansatz.

Nach wie vor günstig bewertet ist die französische Bank BNP Paribas, die 1999 aus der Fusion von BNP und Paribas entstanden ist. Sie gilt als Musterfall einer gelungenen Fusion. Das Unternehmen hat ein gutes Privatkundengeschäft und verstärkt seine Position in den USA, zuletzt durch eine Übernahme in Kalifornien. Die Erfolgsstory könnte sich fortsetzen - CSFB hat die Aktie auf Kauf heraufgestuft.

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