Aktieninstitut: Online-HV eröffnet Auswege
Immer weniger Aktionäre bei Hauptversammlungen

In Deutschland nehmen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) immer weniger Anteilseigner an den Hauptversammlungen "ihrer" Unternehmen teil.

ap FRANKFURT/MAIN. "Statistiken zeigen jedenfalls, dass allein in den letzten vier Jahren die durchschnittliche HV-Präsenz bei den 30 Dax-Werten von 61 % noch im Jahre 1998 auf 53 % im Jahre 2001 zurückgegangen ist."

Das Institut spricht von einer «unbefriedigenden und gefährlichen» Entwicklung. "Denn HV-Präsenzen von unter 40 Prozent wie in diesem Jahr bei neun Dax-Gesellschaften können dazu führen, dass es zu Abstimmungsergebnissen kommt, die nicht dem Willen der Mehrheit der Aktionäre entsprechen."

Außerdem nähmen sich die Anteilseigner selbst die Möglichkeit, das Management ihres Unternehmens kennen zu lernen und ihm auf den Zahn zu fühlen. Dabei sei die Qualität des Managements der wesentlichste Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. "Und dieses Urteil muss jeder Anleger sich selbst bilden, denn kein Analyst traut sich die Abgabe eines Werturteils zum Management zu."

Moderne Kommunikationstechniken und die vom Gesetzgeber geschaffenen gesetzlichen Möglichkeiten eröffneten einen Ausweg aus dieser Klemme. "Die nun mögliche internetgestützte Hauptversammlung, die so genannte Online-HV, eröffnet Auswege für die verschiedenen Probleme. Jeder Aktionär kann zu Hause über das Internet an der HV teilnehmen, was ihm und der Gesellschaft Zeit und Kosten erspart", so das DAI.

Über einen Stimmenrechtsvertreter, den so genannten Proxy-Voter, kann der Privatanleger auch sein Stimmrecht zu Gehör bringen. "Ein Auskunfts- und Rederecht hat er im Internet - noch - nicht, auch die direkte Stimmabgabe per Internet ist noch nicht möglich." Anleger täten im eigenen Interesse gut daran, sich zumindest per Internet um ihre Aktie beziehungsweise die Gesellschaft zu kümmern, um nicht plötzlich böse Überraschungen zu erleben.

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