Aktienkurs auf Rekordniveau
BNP Paribas: Ehrgeiziger Musterknabe in Paris

Große Pläne in Paris: Drei Jahre nach der Übernahme von Paribas nimmt die Bank BNP nun Europa ins Visier. Die mit einer Bilanzsumme von über 800 Milliarden Euro größte französische Bank hat noch viel vor und will mit Akquisitionen in den nächsten Jahren aggressiv wachsen.

DÜSSELDORF. 7 bis 10 Milliarden Euro will Konzernchef Michel Pébereau dafür in die Hand nehmen. Er will besonders die Sparten Investmentbanking und Großkundengeschäft ausbauen. Die Franzosen träumen davon, das europäische Pendant zum US-Riesen Citigroup zu bilden.

Der Zeitpunkt für die strategische Neuausrichtung ist gut gewählt. Denn ohne Zukäufe würde BNP Paribas wegen des bisher geringen Gewichts des Investmentbankings vom nächsten Konjunkturaufschwung weniger profitieren als die Mitwettbewerber.

Seit die Paribas-Übernahme ist BNP zu einer der größten und profitabelsten Banken im Euro-Raum aufgestiegen. Ihr Börsenwert beträgt rund 55 Milliarden Euro - das ist mehr als der der Deutschen Bank. Dadurch haben die Franzosen jetzt auch das Gewicht für eine Fusion auf europäischer Ebene. Selbst ein Zusammengehen mit der Deutschen Bank oder der Société Générale ist auf Dauer nicht auszuschließen. Übernahmen kleinerer Institute lassen sich aber schneller realisieren.

BNP Paribas gilt unter Pébereaus Regentschaft trotz der neuen Expansionsgelüste als solide und gleichzeitig gewinnstark. Mit der Übernahme der kalifornischen Bancwest wuchs 2001 der Gewinn vor Steuern im internationalen Geschäft mit Privat- und Kleinkunden um 15 Prozent.

Die Nummer eins auf dem französischen Bankenplatz überzeugt gegenüber der Konkurrenz Société Générale und Crédit Lyonnais: Während die Gewinne aus dem operativen Geschäft bei der Konkurrenz 2001 markant zurückgingen, stiegen sie bei BNP leicht an. Rechnet man die Risikovorsorge für wackelige Kredite ein, ging das BNP-Konzernergebnis um drei Prozent auf 4,01 Milliarden Euro zurück; Mitbewerber mussten die Rückstellungen um 40 Prozent erhöhen, der Primus nur um 15 Prozent. Mit einem 2002er-KGV von 13 ist die BNP Paribas immer noch preiswerter als die Société Générale und damit trotz des Aktienkurses auf Rekordniveau weiter interessant.

Quelle: Wirtschaftswoche

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