Aktienkurs bricht ein
Analysten stufen Bayer herab

Nach der Rücknahme des Cholesterinabbaupräparates "Baycol/Lipobay" haben Analysten ihre Erwartungen deutlich reduziert. Die WGZ-Bank nahm ihre Bewertung für Bayer von "Marketperformer" auf "Underperformer" zurück, ABN Amro stufte von "Add" auf "Reduce" ab.

ddp DüSSELDORF/FRANKFURT/MAIN. Die WGZ-Bank hat ihre kurzfristige Bewertung für Bayer von "Marketperformer" auf "Underperformer" zurück genommen. Nach der erneuten Gewinnwarnung sehe das Finanzinstitut schwache Zeiten auf die Bayer-Aktie zukommen, sagte die zuständige Analystin Leslie Zacher am Mittwoch in Düsseldorf. Insgesamt sei der Health-Care-Bereich jetzt mehr als nur angeschlagen. Denn das Cholesterinabbaupräparat "Baycol/Lipobay" sei nicht das erste Produkt gewesen, mit dem Bayer in diesem Jahr Probleme hatte.

Besonders hart treffe Bayer diese Maßnahme auf der Ertragsseite. Die Gewinn-Marge (EBIT) in diesem Sektor werde deutlich unter Druck kommen und von 14 auf 10 % fallen, prognostizierte Zacher. Im vergangenen Geschäftsjahr habe Bayer mit "Baycol/Lipobay" immerhin 500 Mill. ? (978 Mill. DM) umgesetzt. An eine kurzfristige Erholung will sie nicht glauben. Erst zur Mitte des nächsten Jahres könne man auf eine Wiederbelebung des Geschäftes hoffen, betonte die Analystin.

Markante Schwächen

Vorher allerdings würden die markanten Schwächen im Health-Care-Sector und im Polymerbereich überwiegen, wo Bayer ebenfalls mit einer sinkenden Nachfrage zu kämpfen habe. Zwar hat Zacher bereits nach der ersten Gewinnwarnung im Juni ihre Ergebnisschätzungen von zuvor 2,40 ? auf 2,25 ? je Aktie deutlich nach unten korrigiert. Doch jetzt müsse erneut gerechnet werden. "Um eine weitere Senkung der Prognosen werde ich nicht mehr herumkommen", sagte die Analystin.

Auch die Strategen von ABN Amro haben das Papier nach der Rücknahme von Baycol von "Add" auf "Reduce" zurückgestuft. Dieses Präparat sollte im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaften, betonte die Bank am Mittwoch in Frankfurt am Main. Damit sei Baycol das drittgrößte Produkt von Bayer. Mit der Rücknahme des Medikaments sei auch der größte Wachstumsfaktor vom Markt genommen worden.

Im elektronischen Handel brachen Bayer am Mittwochmittag bis 12.00 Uhr um 14 % auf 38,97 ? ein.

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