Aktienkurs bricht ein
Das Werk stellt Insolvenzantrag

Das Medienunternehmen Das Werk hat beim Amtsgericht Frankfurt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt.

Reuters FRANKFURT. Der Antrag betreffe ausschließlich die Holding und nicht die unter dem Dach von Das Werk aufgestellten Unternehmen, teilte das Frankfurter Unternehmen am Mittwoch mit. Diese führten ihre Geschäfte unverändert weiter. Im operativen Geschäft sei in den einzelnen Unternehmen allerdings nicht genug Liquidität, um den Fortbestand der Holding zu sichern, sagte ein Unternehmenssprecher. Zudem könne das Werk im Januar anstehende Zinsen von fünf Millionen Euro aus Krediten nicht bedienen. Ziel sei es nun, das operative Geschäft fortzuführen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Frankfurter Rechtsanwalt Holger Lessing berufen worden. Gespräche mit den Banken würden in den nächsten Tagen beginnen, sagte Lessing.

Wie bereits im August bekannt gegeben, werden die Postproduktionsunternehmen von Das Werk in einer neuen Gesellschaft zusammengeführt. Die Art der Gesellschaft und der Umfang des künftigen Geschäfts würden in Gesprächen zwischen dem Insolvenzverwalter, den Banken und dem Management geklärt, hieß es am Mittwoch. Magic Video, die Auslandsgesellschaften in den Bereichen Postproduktion (CFX, Das Werk Zürich, EnEfecto, Glassworks) sowie die Filmproduktionen (FFP Media, Promark Entertainment, Road Movies) und die Animationsfirma Trixter seien von dem Insolvenzantrag nicht direkt betroffen. Das Werk beabsichtigte aber weiter den Verkauf von Beteiligungen, um seine Verbindlichkeiten zu reduzieren. Welche Beteiligungen davon betroffen sein würden, konnte der Sprecher nicht sagen.

Die unter dem Dach von Das Werk zusammengefassten Unternehmen sind in den Bereichen Filmproduktion und Rechtehandel sowie in der Postproduktion von Werbe- und Spielfilmen tätig. Das Werk litt zuletzt stark unter der Flaute auf dem Werbemarkt und hatte im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 11,3 Millionen Euro ausgewiesen. Aus der Schmiede der Tochter Road Movies, die vom Filmemacher Wim Wenders gegründet wurde, stammt unter anderem der bekannte Dokumentarfilm "Buena Vista Social Club". Insgesamt unfasst die Holding 52 Tochterunternehmen und Beteiligungen. Zum 1. Juli beschäftigte Das Werk rund 620 Mitarbeiter, nachdem in den neun Monaten davor 150 Stellen abgebaut worden waren. Zum jetzigen Zeitpunkt seien keine weiteren Entlassungen absehbar, sagte der Unternehmenssprecher.

Die Aktie von Das Werk brach am Mittwochnachmittag nach Bekanntgabe des Insolvenzantrages um mehr als 36 Prozent auf 0,21 Euro ein. Das Unternehmen will aus Kostengründen vom Neuen Markt in den Geregelten Markt wechseln. Letzter Handelstag am Neuen Markt ist der 8. November. Die Aktie ist dort seit August 1999 notiert.

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