Aktienkurs der letzten drei Monate maßgeblich
Höhere Abfindung für Kleinaktionäre bei Übernahme

afp KARLSRUHE. Kleinaktionäre können bei einer Übernahmen des Unternehmens durch eine andere Gesellschaft künftig mit einer höheren Abfindung rechnen als bislang. Nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) ist für die Berechnung von Ausgleich oder Abfindung nun der durchschnittliche Börsenkurs von drei Monaten vor dem Stichtag entscheidend. Durch diese Frist würden im Gegensatz zum reinen Stichtagsprinzip Manipulationen des Aktienkurses vor der Übernahme erheblich erschwert, heißt es in der Beschlussbegründung. (AZ: II ZB 15/00)

Im zugrundeliegenden Fall haben nun die Aktionäre der Deutsch Aktiengesellschaft-Atlantischen (DAT) Anspruch auf eine höhere Abfindung. Die DAT war 1988 von der Altana übernommen worden. Außenstehenden DAT-Aktionären war eine Barabfindung von 550 und dann 600 DM je Aktie geboten worden, obwohl der Börsenkurs in den Monaten vor der Übernahme zwischen 1000 und 1200 DM lag. Kleinaktionären, die keine Barabfindung wollten, war ein Aktientausch im Verhältnis von 14 Atlanta- für zehn DAT-Aktien angeboten worden, das Angebot wurde dann auf 20,2 zu zehn aufgestockt. Nun dürfen die Kleinaktionäre mit einer etwa doppelt so hohen Abfindung rechen als bislang geboten. Über deren genauen Höhe muss das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden.

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