Aktienkurs des Softwareherstellers gibt weiter nach
Intershop will 2001 die Verlustzone verlassen

Intershop hatte nicht nur den erwarteten Verlust für das 3. Quartal bestätigt, sondern auch erklärt, wohl für das Gesamtjahr 2000 rote Zahlen ausweisen zu müssen.

sk BERLIN. Der Aktienkurs der Jenaer Intershop Communications AG hat am Mittwoch weiter nachgegeben. Am Abend kostete das Papier nur noch wenig mehr als 50 Euro. Am Vortag war das Papier nach Veröffentlichung der Quartalszahlen um fast 20 % auf 52 Euro eingebrochen. Intershop hatte nicht nur den erwarteten Verlust für das 3. Quartal bestätigt, sondern auch erklärt, wohl für das Gesamtjahr 2000 rote Zahlen ausweisen zu müssen. Im Frühjahr hatte Intershop noch angekündigt, einen Gewinn zu erwirtschaften und tatsächlich wurden in den ersten sechs Monaten erstmals in der Firmengeschichte schwarze Zahlen geschrieben.

Im ersten Halbjahr kommenden Jahres will der Hersteller von E-Commerce-Software in die Gewinnzone zurückkehren. Finanzvorstand Wilfried Beeck sagte dem Nachrichtensender n-tv, das Unternehmen erwarte im Gesamtjahr 2001 "definitiv einen Gewinn". Er sagte, Intershop habe sich entschieden, erheblich in den stark wachsenden Markt zu investieren: "Und dann schlucken wir lieber die bittere Pille, dass wir kurzfristig in die Verlustzone rutschen, um dann langfristig gute Gewinne ausweisen zu können." So habe es im dritten Quartal besondere Aufwendungen gegeben, unter anderen eine 7 Mill. Euro teure Werbekampagne in den Vereinigten Staaten.

Der Nettoverlust im dritten Quartal beträgt 9,8 Mill. Euro (nach 3,4 Mill. Euro im Vorjahr). Der Umsatz erhöhte sich von 10,5 Mill. Euro auf 32,5 Mill. Euro. Im vierten Quartal sollen die Erlöse zwischen 40 und 50 Mill. Euro liegen. Analysten hatten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit geringeren Verlusten und höheren Umsätzen gerechnet. Rolf Drees, Finanzanalyst bei Union Investment in Frankfurt, erneuerte dagegen seine positive Einschätzung des Unternehmens. Dem Handelsblatt sagte er, die operativen Zahlen seien nicht schlecht. Vor allem der Umsatzanstieg der Großkundensoftware Enfinity um 159 % auf dem für das Unternehmen wichtigen US-Markt sei "ganz ordentlich". Die Ankündigung, dass Intershop statt im Jahr 2000 erst 2001 schwarze Zahlen schreibt, wollte er zu diesem Zeitpunkt nicht überbewerten. Im kommenden Jahr allerdings käme das Unternehmen endgültig nicht mehr an dieser Pflicht vorbei.



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