Aktienkurs fällt
Lambda Physik mit Ergebniseinbußen

Der Göttinger Laserhersteller Lambda Physik hat Umsatz und Ergebnis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2000/01 (zum 30. September) gesteigert, hat im dritten Quartal jedoch Ergebniseinbußen verzeichnet. Wegen des unsicheren Marktumfeldes rechne Lambda für das Gesamtjahr 2000/01 mit einem Umsatz "eher am unteren Ende der bisherigen Erwartungen von 140 bis 145 Millionen Euro", sagte Vorstandschef Dirk Basting am Mittwoch.

Reuters FRANKFURT. Analysten führten die Ergebnis- und Umsatzeinbußen des dritten Quartals im Vergleich zum Vorquartal auf die konjunkturelle Schwäche im Halbleitermarkt zurück. Die Aktie des im Auswahlindex Nemax 50 des Neuen Marktes gelisteten Unternehmens gab zeitweise um knapp zwanzig Prozent nach.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten auf 103,6 (Vorjahreszeitraum: 66,7) Millionen Euro, während sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Vorjahresvergleich auf 14,7 (6,6) Millionen Euro mehr als verdoppelte. Die Ebit-Marge habe sich im dritten Quartal jedoch auf zehn Prozent abgeschwächt von 16 Prozent im ersten Halbjahr. Der Umsatz im dritten Quartal fiel den Angaben zufolge auf 32 Millionen Euro von 38,3 Millionen Euro im Vorquartal. Das Ebit habe sich in diesem Zeitraum auf 3,2 (Vorquartal: 6,2) Millionen Euro fast halbiert.

Der Lambda-Aktienkurs notierte am Mittwochnachmittag in einem festen Marktumfeld mit 14,88 Prozent im Minus bei 31,00 Euro, nachdem er zuvor auf ein Allzeittief von 29,63 Euro gefallen war. Seit Jahresanfang hat die Lambda-Aktie knapp die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die konjunkturelle Flaute im Halbleitermarkt betrachte Lambda mit Sorge, sagte Basting. "Natürlich geht die allgemeine Schwäche der internationalen Halbleitermärkte auch an uns nicht spurlos vorbei", fügte er hinzu. Der Anteil des Geschäftsfeldes Laser für Lithographieanwendungen in der Halbleiterindustrie am Gesamtumsatz sei im Neun-Monatszeitraum gegenüber dem Halbjahr um zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent zurückgegangen. Eine Erholung im internationalen Halbleitermarkt sieht Basting erst in einem halben bis drei Viertel Jahr. Lambda zählt sich zu den Technologieführern bei den so genannten Excimer-Lasern, die mit kürzeren Wellenlängen die Herstellung noch leistungsfähigerer Chips erlauben. Hohes Wachstumspotenzial weise dagegen der Bereich Laser für industrielle Anwendungen auf, der zum Beispiel Laser für Flachbildschirme der neuesten Generation produziere.

Analysten äußerten sich überwiegend enttäuscht zu den vorgelegten Zahlen, führten das rückläufige Wachstum im dritten Quartal jedoch auf das schwache Marktumfeld zurück. "Man merkt die konjunkturelle Delle, trotzdem ist Lambda weit weg davon, in irgendwelchen Krisenszenarien zu stecken", sagte Ingolf Böhle von Delbrück Asset Management. Wenn Lambda das Gesamtjahresziel erreichen wolle, müsste die Gesellschaft im vierten Quartal 36,4 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. "Ich mache mir nicht unbedingt Sorgen hinsichtlich des Gesamtjahres", fügte er hinzu. Die Analysten von SES Research kündigten an, ihre Umsatz- und Ergebnisprognosen für das Geschäftsjahr 2000/2001 leicht zurücknehmen zu wollen. Grundsätzlich schätzten sie Lambda aber "weiterhin als strategisch hervorragend positioniert" ein.

Lambda-Chef Basting kündigte unterdessen an, die Gesellschaft halte weiterhin nach möglichen Übernahmen Ausschau. "Akquisitionen und Kooperationen sind Teil unserer Strategie, und unsere Kriegskasse ist aus unserem Börsengang noch gut gefüllt", sagte Basting. Besonders Erfolg versprechend sei in diesem Zusammenhang der US-Markt, da das europäische Geschäft nur rund ein Drittel zum Umsatz beitrage. Konkrete Übernahmeziele gebe es jedoch noch nicht.

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