Aktienkurs gefallen
RWE kauft britischen Wasserversorger Thames

Der Energiekonzern RWE AG will für 7,1 Mrd. Euro den britischen Wasserversorger Thames Water Plc kaufen und so zum weltweit drittgrößten Wasseranbieter aufsteigen.

Reuters ESSEN/LONDON. RWE kündigte am Montag an, für jede Stammaktie 12,15 Pfund und für jede B-Aktie 0,79 Pfund zu zahlen. Außerdem verpflichtet sich der Essener Konzern, die bereits beschlossene Dividende von 32,7 Pence für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2000/01 zu zahlen. RWE galt seit längerem als Kaufinteressent für Thames Water. Der RWE-Aktienkurs gab nach der Ankündigung etwas nach.

Hier der aktuelle Verlauf der RWE - Aktie

Das Barangebot enthält den Angaben zufolge einen Aufschlag von 32,8 % auf den Schlusskurs der Stammaktie von 9,15 Pfund vom 19. September. Einen Tag später hatte Thames Water von Übernahmeverhandlungen berichtet, ohne den Kaufinteressenten beim Namen zu nennen.



RWE hält schon 20 Prozent an Thames Water

Der RWE-Konzern hat nach eigenen Angaben am Montagmorgen bereits 20 Prozent der Aktien des britischen Wasserversorgers Thames Water Plc. erworben. "Ich freue mich sagen zu können, dass wir bereits 20 Prozent der Aktien heute morgen gekauft haben, um diese Transaktion zu zementieren", sagte RWE-Chef Dietmar Kuhnt auf einer Pressekonferenz am Montag in London.

RWE sicherte zu, auch Schulden in Höhe von 1,8 Mill. Pfund zu übernehmen. Nach RWE-Angaben soll Thames Water seinen Sitz in London behalten und als neue Führungsgesellschaft das nationale und internationale Wassergeschäft im RWE-Konzern führen. Geplant sei, sich international bietende Wachstumsmöglichkeiten im Geschäftsfeld Wasser wahrzunehmen. RWE unterstütze die voriges Jahr von Thames Water angekündigte Übernahme des siebtgrößten privaten US-Wasserversorgers E`town aus New Jersey. Wasser gehört neben Strom, Gas und Entsorgung zum Kerngeschäft von RWE.

Der Vorstandschef von Thames Water, Bill Alexander, soll das gesamte Wassergeschäft verantworten und direkt an den Vorstandschef von RWE, Dietmar Kuhnt, berichten. Ob Alexander auch in den RWE-Vorstand einzieht, war zunächst nicht zu erfahren. RWE und Thames Water haben für den Nachmittag zu einer Pressekonferenz nach Essen eingeladen.

RWE-Aktien notieren leichter

Die Börse reagierte auf die Ankündigung der Übernahme mit einem geringfügigen Kursabschlag. Kurz nach Eröffnung notierten RWE-Aktien im Xetra-Handel mit 39,55 Euro um 0,38 % leichter. Bereits Spekulationen über einen RWE-Einstieg in Großbritannien hatten die Aktie in der vergangenen Woche unter Druck gebracht. Am Markt war befürchtet worden, RWE werde zur Finanzierung der Thames-Water-Übernahme eine Kapitalerhöhung machen müssen. Thames-Water-Aktien stiegen nach der Übernahmeankündigung um 3,28 % auf 1199 Pence. Auch damit setzte sich der Trend der vergangenen Woche fort.

Thames Water ist nach RWE-Angaben der führende Wasserversorger in Großbritannien. Das Unternehmen versorgt den Großraum London mit Wasser. Mit einem Umsatz von 2,2 Mrd. Euro erwirtschafte Thames Water zuletzt einen Gewinn von 562 Mill. Euro. RWE ist in Deutschland unter anderem an den Berliner Wasserbetrieben mit 22,5 % beteiligt.



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