Aktienkurs geriet leicht unter Druck
Heideldruck plagen Absatzsorgen

Die Heidelberger Druckmaschinen AG will trotz Absatzsorgen durch die US-Ereignisse im laufenden Gesamtgeschäftsjahr Umsatz und Betriebsergebnis auf dem hohen Vorjahresniveau halten.

ddp/vwd HEIDELBERG. Die Heidelberger Druckmaschinen AG will trotz Absatzsorgen durch die US-Ereignisse im laufenden Gesamtgeschäftsjahr Umsatz und Betriebsergebnis auf dem hohen Vorjahresniveau halten. Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung in Heidelberg, dass sich der Außenumsatz insbesondere auf Grund der Situation in den USA spürbar abschwächen werde.

"Im zweiten Halbjahr (1. Oktober 2001 bis 31. März 2002) werden wir rückläufige Auftragseingänge haben. Wir können allerdings nicht ausschließen, dass bei weiter zunehmender Investitionsunsicherheit unserer Kunden und trotz eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen die Vorjahreswerte nicht ganz erreicht werden", räumte der Vorstandschef ein. In jedem Fall wolle Heideldruck das Ergebnis nach Steuern und damit den Gewinn pro Aktie auf dem bisherigen hohen Niveau halten.

Sinkendes Wachstum trifft die grafische Industrie

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (per 30. September) werden die Umsatzerlöse laut Schneider voraussichtlich um sieben bis acht Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte das Unternehmen einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro erzielt. Die Auswirkungen des sinkenden Weltwirtschaftswachstums träfen nicht nur den deutschen Marktführer Heideldruck, sondern die ganze grafische Industrie, fügte Schneider hinzu. "Nach angenommenen drei Prozent zu Anfang des Jahres wird das Wachstum der Weltkonjunktur in 2001 weniger als zwei Prozent betragen", sagte er. Dies spüre die gesamte Branche bei den Auftragseingängen

.

Der Vorstandsvorsitzende unterstrich zugleich vor den Anteilseignern erneut die Ansicht, dass das Unternehmen richtig für die Zukunft aufgestellt sei. Dies zeigten die Erfolge auf der internationalen Fachmesse "Print" Anfang September in Chicago. Heidelberg habe dort Aufträge im Wert von 345 Millionen US Dollar erhalten, wovon mehr als 50 Prozent auf die Sparte Bogenoffset entfielen. Sehr erfolgreich sei auch der Verkaufsstart der NexPress 2100, der neuen Farb-Digitaldruckmaschine aus dem gemeinsamen Joint Venture mit Kodak, verlaufen. Mehr als 70 Maschinen wurden in Chicago verkauft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (1. April 2000 bis 31. März 2001) hatte das Unternehmen sein bisher bestes Ergebnis erreicht.

Aktienkurs geriet leicht unter Druck

Es baute damit nach eigenen Angaben seine führende Stellung in der grafischen Industrie aus. Die Heidelberg-Gruppe erzielte einen Umsatzrekord von 5,3 (Vorjahr: 4,6) Milliarden Euro. Die Erlöse stiegen damit um 15 Prozent auf umgerechnet 10,4 Milliarden Mark. Der Auftragseingang lag mit rund 5,5 Milliarden Euro um 18 Prozent über dem Vorjahreswert (knapp 4,7 Milliarden). Das operative Ergebnis stieg um rund 10 Prozent auf 506 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss der Gruppe wuchs von 251 Millionen Euro auf bereinigt 283 Millionen Euro, Sondereinflüsse eingerechnet sogar auf 342 Millionen Euro.

Der Aktienkurs des Unternehmens geriet nach der Reduzierung der Prognosen nur leicht unter Druck. Dass das Unternehmen Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr "auf das hohe Niveau" des Vorjahres reduziere, sei "im derzeitigen Umfeld nicht überraschend", sagte ein Händler. Heideldruck stünden immer noch gut da. Der Kurs sank bis 13.30 Uhr um 1,7 Prozent auf 44,50 Euro.

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