Aktienkurs gibt um fast 16 Prozent nach
Silicon Sensor bei steigendem Umsatz mit Verlust

rtr FRANKFURT. Der Aktienkurs der am Frankfurter Neuen Markt notierten Silicon Sensor International AG hat nach Bekanntgabe eines Ergebnisverlustes für das Geschäftsjahr 2000 am Dienstag zeitweise um mehr als 16 Prozent auf 8,75 Euro verloren. Während der Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf 5,72 Mill. Euro von 2,97 Mill. Euro zulegte, habe sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Minus 0,62 Mill. Euro nach einem Gewinn von rund 0,1 Mill. Euro im Vorjahr belaufen, sagte Vorstand Hans-Georg Giering am Dienstag in Frankfurt.

Grund seien verstärkte Investitionen in die US-Tochter und Aufwendungen innerhalb der Gesellschaft. Für 2001 rechnet der Hersteller von optischen Präzisions-Sensoren bei einem Umsatz von 10,2 Mill. Euro mit einem positiven Ebit von 0,623 Mill. Euro.

Bis 14.30 Uhr MEZ erholte sich der Kurs des Berliner Unternehmens leicht auf 9,00 Euro. Am 8. Januar hatte der Kurs der seit 15. Juli 1999 am Neuen Markt notierten Gesellschaft noch bei 6,50 Euro gelegen.

Den Jahresfehlbetrag bezifferte Silicon Sensor für 2000 mit 0,92 Mill. Euro nach einem Gewinn von 0,164 Mill. Euro im Vorjahr. Den Verzicht auf einen positiven Jahresabschluss sieht Giering durch den Aufbau eigener Vertriebs- und Produktionskapazitäten in den USA gerechtfertigt. Der Aufbau einer eigenen Tochter, die 2002 die Gewinnzone erreichen solle, sei mit Investitionen von rund sechs Millionen Mark um mindestens 60 Prozent günstiger als eine vergleichbare Akquisition. Im vergangenen Jahr seien bereits zwei Millionen Mark investiert worden. In diesem Jahr will Silicon Sensor in den USA einen Umsatz von 800 000 Mark erzielen.

In den Jahren 2001 bis 2003 solle der Überschuss durchschnittlich um mindestens 200 Prozent auf dann 1,565 Millionen Euro wachsen, kündigte Giering an. "Wir wollen uns vorsichtig entwickeln und erweitern, ohne die schwarzen Zahlen wieder zu verlassen", sagte Vorstand Bernd Kriegel. 2003 will Silicon Sensor weltweit Platz drei im Segment kundenspezifische optische High-End-Sensoren einnehmen, nach der kanadischen EG&G Optoelectronics Group und der japanischen Hamamatsu Photonics. Bis 2008 will das Unternehmen zum weltweiten Marktführer aufsteigen. Das Marktvolumen für optoelektronische Komponenten liegt laut einer Studie von Frost & Sullivan zwischen 30 und 80 Milliarden Dollar, wobei zwischen 150 und 300 Millionen Dollar auf die kundenspezifischen Sensoren entfielen, sagte Giering. Ab 2005 wolle Silicon Sensor auch die Produktion von Sensoren in Großserie aufnehmen.

Mit der Übernahme der in Oberdischingen ansässigen Lewicki Microelectronic GmbH sei Silicon Sensor in der Lage, alle Kundenanforderungen an die Entwicklung und Produktion optischer Sensoren innerhalb der eigenen Gruppe abzudecken. Die rückwirkend zum 1. November übernommene Lewicki werde ein deutlich positives Ergebnis zum Gruppenergebnis beisteuern. Den Angaben zufolge erzielte Lewicke im Jahr 2000 einen Umsatz von 8,8 Millionen Mark und ein Ergebnis von knapp zwei Millionen Mark.

Silicon Sensor stellt optoelektronische Sensorchips (Fotodektoren) zur Erkennung und Messung von Alpha-, Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung sowie von UV-Licht, sichtbarem Licht und von Nahinfrarot-Strahlung her. Eingesetzt werden die Chips unter anderem im Maschinenbau, in der Medizin- und Sicherheitstechnik, der Foto- und Bauindustrie. Zu seinen Kunden zähle die Berliner Gesellschaft unter anderem Hewlett Packard, DaimlerChrysler, Siemens oder die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten.

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