Aktienkurs legte um 2,7 % zu
Dürr nach Rekordjahr 2000 optimistisch

Mit 23 Mill. Euro lag der Jahresüberschuss des Automobilzulieferers Dürr AG um 39 % höher als im Vorjahr. Trotz Konjunkturabschwächung sind die Prognosen auch für 2001 optimistisch. Wie Vorstandschef Hans Dieter Pötsch am Dienstag in Stuttgart ankündigte, will Dürr mit einer eigenständigen Tochter seine Ingenieurdienstleistungen für Autohersteller erheblich ausbauen.

dpa/rtr STUTTGART. Der Automobilzulieferer Dürr AG blickt auf ein Rekordjahr zurück: Durch die Übernahme des Mechatronik-Konzerns Carl Schenck (Darmstadt) zum 1. April 2000 stieg der Umsatz um 67 % auf 2,042 Mrd. Euro (rund 4 Mrd. DM) und übertraf damit die vorläufigen Zahlen; das interne Wachstum lag bei 17 %. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 83 % auf knapp 120 Mill. Euro. Der Jahresüberschuss lag mit 23 Mill. Euro um 39 % höher als im Vorjahr. Die Dividende soll wie bereits berichtet um 10 % auf 1,10 Euro je Aktie steigen.

Dürr will künftig seine Kompetenzen als Anbieter kompletter Fahrzeugentwicklungen (Engineering) erheblich ausbauen. Mit einer eigenständigen Tochter werde das Unternehmen in dem Wachstumsmarkt «zügig zulegen», kündigte Dürr-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch am Dienstag in Stuttgart an. Die DS Engineering GmbH solle als Entwicklungspartner für Fertigungsprozesse in der Autoindustrie unabhängig von den übrigen Geschäftsbereichen des Technologiekonzerns auftreten können. Die Tochter startet mit rund 200 Mitarbeitern und wird von einem ehemaligen Audi-Manager geleitet.

Prognosen für 2001 optimistisch

Im ersten Quartal 2001 habe Dürr das Wachstum fortgesetzt, sagte Bauer. Der Umsatz habe im Vergleich zum Vorjahresquartal um 23 % auf 354 Mill. Euro zugelegt. Das Ebitda sei um 64 % auf 27 Mill. Euro gestiegen. Im ersten Quartal habe sich der Auftragseingang des Spezialisten für Lackiersysteme, Endmontage und Komponentenfertigung stabil entwickelt, sagte Pötsch. Trotz des verhaltenen weltweiten Konjunkturklimas für 2001 zeigte sich Pötsch optimistisch. Auch bei rückläufigen Absatzzahlen würden die Autobauer in neue Anlagen und Services investieren, um die Produktivität zu steigern und flexibler zu werden. "Wir erwarten, dass wir bei Umsatz und Ertrag wieder prozentual zweistellig wachsen werden," sagte Pötsch. Der Gewinn solle durch Ausschöpfung von Synergien und Kostensenkungen überproportional zu den Erlösen zunehmen. Der Aktienkurs legte bis Dienstagmittag um 2,69 % auf 26,70 Euro zu

Die strategische Neuausrichtung des vergangenen Jahres sei erfolgreich verlaufen, unterstrich Pötsch. So erwirtschafte Dürr mittlerweile rund die Hälfte des Umsatzes außerhalb des traditionellen Lackiergeschäfts. Künftig wolle das Unternehmen verstärkt auch Marktchancen in Branchen abseits der Automobilindustrie suchen, etwa in der Halbleiter- oder chemischen Industrie.

Die Lackiersysteme sind mit knapp 50 % Umsatzanteil nach wie vor die größte Sparte der Dürr AG (Stuttgart). Ihr Beitrag zum Ebitda in Höhe von 49 Mill. Euro habe die selbst gesteckten Ziele aber noch nicht erfüllt, sagte Pötsch. Hauptmärkte des Konzerns sind Europa und Nordamerika. Mit der Gründung einer Tochter in Japan soll das Geschäft in der größten asiatischen Wirtschaftsregion vorangetrieben werden. Das verstärkte Engagement europäischer Autohersteller wie zum Beispiel von Renault bei Nissan und von Daimler-Chrysler bei Mitsubishi eröffne Dürr "neue Einstiegsmöglichkeiten", betonte der Manager.

Dürr beschäftigte zum Jahresende 11 558 Mitarbeiter, davon entfielen 4 059 auf Schenck. Großaktionäre sind mit knapp über 50 % die Familie Heinz Dürr und die Energie Baden-Württemberg (EnBW) mit rund 9 %.

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